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The Subversive Power of Art: Gottfried Helnwein - A concept Artist before the Turn of the Millenium

Honnef, Klaus

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Abstract

Es gibt gewichtige Gründe, um Helnwein als den legitimen Erben Beuys und Warhols zu bezeichnen. Einerseits folgt er in seinen Werken rituellen Mustern, andererseits spielt er mit einer Reihe von künstlerischen Variationen. Er untergräbt die Magie der Bilderwelt, indem er einen Störfaktor einbaut, durch den ein Schock im Verhältnis zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter entsteht. Helnwein vermischt Altes mit Neuem, und sein Stil spiegelt den Beginn der Moderne, aber auch die Welt des Cyberspace wieder. Einen großen Einfluss hat das Wien der sechziger Jahre auf ihn. Auch wird er von der Welt des Comics inspiriert. Helnwein besuchte die 'Höhere Graphische Bundeslehr- und Versuchsanstalt'. Um gegen die tägliche Routine des Klassenzimmers zu protestieren, schnitt er sich mit einer Rasierklinge die Hände auf. Durch diesem Vorfall wurde ihm bewußt, wie hilflos die Gesellschaft auf körperliche Ungerechtigkeit und auf Verletzungen reagiert. Nach dem Abschluss an der 'Graphischen' besuchte er die Wiener Akademie der Künste. Zu dieser Zeit tauchte auch zum ersten mal eines seiner Leitmotive auf: Kinder. Durch das Malen von verletzten Kindern verursachte Helnwein eine Art Schock, und brachte somit den 'Horror' zurück in die Kunst. Damit zeigte er offen den Zynismus einer Gesellschaft, die nicht mehr die Dinge so sieht, wie sie sind, dessen Sichtweise aber durch 'Bilder über Dinge' geprägt ist. Im Jahre 1973 illustrierte Helnwein einen Artikel in der österreichischen Zeitschrift 'Profil'. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Durch seine Methode des kalkulierten Umsturzes, hat Helnwein den Kunstmarkt gründlich irritiert und dadurch einen Effekt als Künstler erzielt, der mit keinem anderen seiner Zeitgenossen vergleichbar ist. Schließlich konnte auch die internationale Kunstszene nicht länger den erfolgreichen Außenseiter aus Österreich ignorieren. Wichtige Ausstellungen in renommierten Museen und Galerien auf der ganzen Welt zeigen die Wertschätzung seiner Kunst.

Document type: Article
Date: 2002
Version: Primary publication
Date Deposited: 10 Sep 2002 00:00
Faculties / Institutes: Research Project, Working Group > Individuals
DDC-classification: Arts
Controlled Subjects: Helnwein, Gottfried
Subject (classification): Artists, Architects
Countries/Regions: Germany, Switzerland, Austria