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Przedstawienie Marii tkającej nieszytą suknię Jezusa na rycinie Wita Stwosza: źródła literackie i obrazowe

Walanus, Wojciech

German Title: Die Darstellung der Maria beim Stricken des ungenähten Rockes Christi in einem Kupferstich des Veit Stoss: Text- und Bildquellen

In: Organisty, Adam (Hrsg.): Wokół Wita Stwosza : materiały z międzynarodowej konferencji naukowej w Muzeum Narodowym w Krakowie, 19 - 22 maja 2005. Kraków 2006, pp. 140-149 (Studia i Materiały Naukowe Muzeum Narodowego w Krakowie)

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Abstract

Unter den Kupferstichen von Veit Stoß zeichnet sich die Hl. Familie (Abb. 1) durch ihre Ikonographie aus. Dargestellt ist Maria beim Stricken des ungenähten Rockes, den, so eine mittelalterliche Legende, Jesus von seiner Kindheit bis zum Todestag getragen haben soll.

Grundlegend für die Geschichte des nahtlosen Rockes war das Evangelium (Joh. 19,23), wo von der Verlosung des Gewands Christi die Rede ist. Im 12. Jh. war die Überzeugung schon verbreitet, Maria habe diesen Rock selbst gemacht. Die Legende hat sich im 13. Jh. völlig ausgebildet: Maria soll den Rock hergestellt haben, als Jesus noch Säugling war; später wuchs der Rock mit ihm und wurde nie zerrissen. Zur Verbreitung der Legende trug wesentlich das lateinische Poem Vita beatae Virginis Mariae et Salvatoris rhytmica und seine deutschen Übersetzungen (z.B. Marienleben des Philipps von Seitz) bei. Die Geschichte des ungenähten Rockes ist auch in zwei altpolnischen Werken zu finden (Rozmyślanie przemyskie, Sprawa chędoga o męce Pana Chrystusowej).

Die Darstellungen der Rocklegende in der bildenden Kunst sind sehr selten. Als die frühesten dürfen zwei italienische Gemälde gelten: die Hl. Familie von Ambrogio oder Pietro Lorenzetti (um 1340–1350; Abegg-Stiftung, Riggisberg; Abb. 3) und die Mitteltafel eines Triptychons von Tomaso da Modena (um 1348–1351; Bolonia, Pinacoteca Nazionale). In beiden Werken strickt Maria den Rock Christi mit den Nadeln. Dieselbe Herstellungstechnik stellen auch das Buxtehuder Retabel von Meister Bertram (um 1400; Hamburg, Kunsthalle; Abb. 4) und das Glasgemälde in Heilig Geist-Kirche zu Wismar (um 1400; Abb. 5) dar. Die Zeichnung in der Historienbibel aus der Werkstatt Diebold Laubers (um 1450; St. Gallen, Vadiana) zeigt Maria, die den vollendeten ungenähten Rock hält.

Vor dem Hintergrund dieser kleinen und heterogenen Werkgruppe zeichnet sich der Stich von Stoß durch die Originalität der Darstellung der arbeitenden Maria aus. Der Rock, mit waagerecht ausgebreiteten Ärmeln, hängt auf einem kreuzartigen Gestell in der Nähe des spielenden Jesuskind, was als demonstrativer Hinweis auf die Passion zu deuten ist. Das Außergewöhnliche im Konzept des Veit Stoß besteht darin, dass der ungenähte Rock mit dem Kreuz und dem Gekreuzigten formal und inhaltlich assoziiert wird. Die Frage der literarischen oder bildlichen Quellen dieses Konzeptes muss offen bleiben.

Document type: Book Section
Version: Secondary publication
Date Deposited: 20 May 2015 14:52
Faculties / Institutes: Research Project, Working Group > Individuals
DDC-classification: Graphics arts, prints
Controlled Subjects: Stoß, Veit, Kupferstich, Mariendarstellung, Heiliger Rock <Motiv>, Handarbeiten <Motiv>
Subject (classification): Artists, Architects
Drawing, Printmaking
Iconography
Countries/Regions: Germany, Switzerland, Austria
Collection: ART-Dok Central and Eastern Europe