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Kirchenburgen (sowie Wehrkirchen und Pfleghöfe) in Baden Württemberg. Teil 2: Mitte. Darstellung des erhaltenen Bestandes im Jahre 2009

Pietschmann, Dieter-Robert

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PDF, German
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Abstract

Teil II ist die Fortsetzung von Teil I, welcher seinen „Roll-out“ im vorigen Jahr hatte. Es ist der zweite Teil des „Projektes“ dessen genereller Sinn und Zweck die Bilddokumentation der heutigen Situation ist, zu dokumentieren was von der Kirchenburgen der rauen Zeiten des 14. und 15. Jahrhunderts heute noch vorhanden ist. Diese Kirchenburgen, sie wurden gebaut um die Landbevölkerung zu schützen, genauer, das „nackte Leben“ gegen die Terror-Attacken der rivalisierenden Parteien in diesem mehr als 2 Jahrhunderte andauernden Kampf. Hier, „im Zentrum“ finden wir beides: Es ist einmal das Zentrum Baden-Württembergs (nach heuten Grenzen), und es war andererseits auch das Zentrum der Kraft, welche diese Auseinandersetzung mehr als 2 jahrhunderte am laufen hielt. Wir werden hinterfragen, wie es dazu kommen konnte, dass eine kleine Graftschaft innerhalb von zwei Generationen zum Anführer des adeligen Widerstandes gegen das zunehmende Machtstreben der freien- und Reichsstädte wurde; das soll uns allerdings nur als geschichtlicher Hintergrund dienen. Der Hauptteil und Schwerpunkt dieser Arbeit ist (sogar etwas erweitert) die „Photodokumentation“, welche Details aufzeigt, die in dieser Region reichlich zu finden sind. Selbst heute noch sind Details vor Ort, wie man sie nicht mehr vermuten würde. Speziell hier finden sich romanische Gründungen, die schon zu ihrer Zeit befestigt waren, heute noch als solche (teils weniger erhalten) dargestellt. Zusätzlich fand eine vertiefte Recherche in der Literatur statt. Dieses Gebiet ist mit Details regelrecht angereichert, allerdings sind diese Kleinode von modernen Bauten und Ortsteilen meist eingeschlossen, man muss schon wissen, wo man suchen muss. Auch ist ganz klar zu betonen, dass die eine oder andere Kirchenburg erst in jüngster Zeit von ihrem Schicksal ereilt wurde (im Sinne von „für immer dahin gegangen“); nachdem sie Jahrhunderte mehr oder weniger unbeschadet überstanden hatten, sogar den 30-jährigen Krieg überdauerten (es gibt zahlreiche Berichte, das sich Ortsbevölkerungen vor marodierender Soldateska in die örtliche Kirchenburg flüchteten). Und noch gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden vom Baumeister und Landvermesser Andreas Kieser auf Geheiß des Herzogs von Württemberg einige Anlagen in seinem berühmten Forstkartenwerk als „intakt“ dargestellt, andere lagen schon in Ruinen. Kurze zeit später kamen mit den „Reunionskriegen“ der Franzosen die Zerstörungswellen auch in diese Gegend. Und dennoch werden noch immer zu beginn des 20. Jahrhunderts einige modernisierte (barockisiert) Kirchen als „von der hohen und starken, Schießscharten bewehrten Kirchhofmauer umfangen“ beschrieben. Schließlich waren selbst nach den Bombardierungen des 2. Weltkriegs, teils gerade in hiesigen Gegenden mit vernichtender Wirkung, einige Anlagen, zumindest in Resten, noch aufzufinden, und erst in aller neuester Zeit haben sich weitere unter dem Schlagwort „Ortskernsanierung“ der Vergänglichkeit anheim geben müssen. Ist es Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte ? Oder Scham, das Kirchen einst in gewalttätige Auseinandersetzungen verstrickt waren ? Jeder möge es für sich herausfinden. Es muss natürlich auch gesagt werden, das es „positive“ Beispiele der Konservierung und Restauration gibt, die allerdings arg in der Minderzahl sind. In dieser Region waren in den großen Auseinandersetzungen weniger „Beteiligte“ involviert als im „nördlichen Bereich“, genauer gesagt eigentlich nur die Reichsstädte Esslingen und Reutlingen auf der einen, und der Adel, unter württembergischer Führung auf der anderen Seite. Das mag dramatisch klingen, es muss aber klar gestellt werden, das nun nicht die Reichsstädte selbst angegriffen wurden (von einer späten Ausnahme abgesehen); nein, es waren die Leineigenen und einfachen Bürger auf beiden Seiten, welche die Sache „zu tragen“ hatten, welche für die Interessen und guten Absichten ihrer Herren bluten mussten. Es ist interessant, wie sich die Kirchenburgen während ihrer zwei Jahrhunderte der „aktiven Zeit“ entwickelt haben, entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Zeit. Deshalb ist hier im Teil II ganz speziell das Augenmerk auf eben diesen „Werdegang“ gerichtet; basierend auf dem reichhaltigen Ausgangsmaterial der Photodokumentation werden schließlich 101 „Kirch-„Türme relativ zueinander verglichen. Diese Türme waren, wie bei einer Adelsburg, meist zuerst errichtet und stehen auch heute noch als letzte Zeugen. Wie war die Entwicklung der Türme, und in Folge auch der Anlagen. Ging es von den massiven romanischen Gründungen, den Chortürmen, zu relativ „leichten“ Neugründungen im 15/16. Jahrhundert? Wie waren die Türme ausgerüstet ? Wie viele haben nur Schlitz-, oder Schlüsellloch-Scharten ? Gibt es Mischformen ? Die Ergebnisse sind interessant. Und auf der Basis dieses Vergleiches wird anschließend eine erste „Typysierung“ der Kirchenburgen erstellt. Es ist aus der Welt der „Adelsburgen“ hinreichend bekannt, das es keine einfache, noch viel weniger eine einheitliche und von allen akzeptierte „Typisierung“ gibt. Umso schwieriger ist es für die weit weniger bekannten Kirchenburgen – und doch: gerade hier ergibt sich ein neuer Ansatz, ein von der „Adelsburg“ unabhängiger. Wir werden auf der Basis der Zeit arbeiten. Und nach alledem werden wir einen kleinen Abstecher in ein entfernt liegendes Gebiet machen, wo man auf den ersten Blick keine Kirchenburgen vermuten würde – und dennoch gibt es sie auch dort. Ist das Interesse geweckt ? Dann sehen Sie, was es zu sehen gibt.

Translation of abstract (English)

Part II is the continue of part I, which has had it´s “roll-out” the year before. It is the second part of the “project”, which does have the general purpose to “document” by picture the situation of today, to document what is left of the “Church-Castles” from the wild times of the 14th and 15th centuries. These “Church castles”, build to protect the rural population, to protect the “naked life” against the terror-rides of the combatants in this more than two hundred years lasting fight. And here, “at the center”, we find both: It is nearly the center of Baden-Württemberg (outlines of today, respectively), and it was also the center of the power, that kept this controversy for more than two centuries alive. We will question how it could come to, that a small county could rise within two generations to the leader of the noble resistance against the increasing power of the free and imperial towns; but that will be only the backbone of the historical background in this part. The bulk of it still is (this time a bit more increased) the photo-documentation; enriched with details you will find a legion within this area. Still today, there a miracles in places you wouldn´t expect them. And especially here, Romanesque founded and already fortified in these early times, can be seen today and can be proofed by literature background also. The enrichment of art historic details is still given today, mostly surrounded by modern buildings and cites, but nevertheless, existing. By the way, it is to point out very clear, that the one or the other of these church castles were strucked by their faith (in the sense of disintegration and vanishing) just in our times, after they had “survived” centuries; after they stand the thirty years war, still used by the rural population to save again the naked life against marauders. In the late 17th century the architect and surveyor Andreas Kieser pictured the dukedom of Württemberg within 7 years, and you will find really the one or the other of the church-castles still at these late times surrounded by their curtain, with a gate house and a moat; some of them partly in ruins, but the matter exists. Within the time of the French reunification wars in the early 18th century, the wave of devastation also flooded over this area. Despite of that, still few of them were described even at the beginning of the 20th century as “surrounded by their high and strong curtain” and even the second world war with it´s mass bombing especially in these areas couldn´t extinguish them all. As I said before, just in our days, some of them were extinguished – is it careless to our history ? is it shame, that churches were involved in violation once? Everybody should figure that out by himself. But it is to say, that the “losses” today are still greater than the “positive” Examples, a few rare in number were preserved, but very little, compared with the losses. And so the purpose of this project is also to sharpen our understanding of history, to that great treasure we already do have here in our country. In this area, there where less combatants involved than in part one (in most of the cases, respectively). In fact, two free and imperial towns, the cities of Esslingen and Reutlingen, fought against the house of Württemberg. That sounds dramatic. In fact, and let me point out this here already in the summary, there were no big sieges about these towns (with one exception), done by the nobles. In the real case it meant that the rural population of both sides, the peasants, the people in boundage, fought against each other, that they had to bleed for the interests and wills of their masters. Of great interest is then, how the “Church-castles” had developed within two centuries of their “lifetime”, how they grown and developed due to the needs generation by generation. In part II there is also a special focus, due to thee high enriched and condensed “raw material” for such a hypothesis, on the “church”-towers. These have been in most cases the first part in place and were also the last lasting one – if the “Church-castle” has had a tower at all. This is also one piece or part (how ever you want to define it) of the first attempt of a “classification” of church castles. As a platform for the following “hypothesis of classification” we will focus first on these towers. Is there a “red-line” in construction through the centuries ? Did they became, based on the massive Romanesque ones, became slender and tall throughout the centuries ? I named it the “comparison” of 101 towers, and the outcome of that will give us a first and founded impression about the size they have had, and the art of loopholes, used within their construction. Based on this comparison of 101 “church”-towers we will step over to a “first and not everything including, but nevertheless already more than a crude attempt” scheme of classification. It is and old story, that there even for the nobles castles didn´t exist a complete, everything involving and by everyone accepted classification scheme. The more difficult it is for this still less known beings of the “Church-Castles”. Therefore we will that, absolutely independent from the former, base it on the time. And with all this in mind, we will finally have a look to a place far different of the “center”, to an area where you really didn´t expect church castles at all – despite they do exists already there. Have your interest been sparked jet ? Well and good, then come in and find out.

Document type: Book
Date: 2009
Version: Primary publication
Date Deposited: 01 Oct 2009 11:06
Faculties / Institutes: Research Project, Working Group > Individuals
DDC-classification: Architecture
Controlled Subjects: Baden-Württemberg, Wehrkirche, Klosterhof
Uncontrolled Keywords: Kirchenburg
Subject (classification): Architecture
Countries/Regions: Germany, Switzerland, Austria