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Klaus Kirchner
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Wessen kulturelles Erbe? Interessen und Interessensgruppen im Widerstreit

Der Begriff Kulturerbe kann als Schöpfung der historischen Imagination moderner Nationen beschrieben werden. Ursprünglich eine Errungenschaft der europäischen Aufklärung ist er heute zum globalen Konzept geworden, wie auch seine institutionalisierten Einrichtungen der Denkmalpflege oder der Museen. Die Stilisierung historischer Überreste aus der Vergangenheit zu nationalen Erinnerungsorten, die zur Stiftung kollektiver Identitäten beitragen sollen, fand in dem von Pierre Nora geprägten Begriff „lieux de mémoire“ seine eindeutige Kanonisierung. Der Vortrag lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Brüchigkeit der auf allgemeinen Konsens ruhenden Erinnerungsfunktion von Kulturerbe. Arjun Appadurai bezeichnet den gängigen Begriff von Kulturerbe als „predatory“ („räuberisch“): Inwieweit gründen sich die durch ihn zelebrierten Formen der Erinnerung auf die Eliminierung anderer Formen? Wo erhalten wir Zugang zu den unterdrückten Formen der Erinnerung? Der Vortrag geht auf die Herausforderung der gegenwärtig konfliktträchtig gewordenen Beziehung zwischen Nation und Kultur für die an der wissenschaftlichen Erforschung und dem Erhalt von Kulturerbe beteiligten Fächer und Institutionen ein. Er fragt nach den analytischen Mitteln, die geeignet wären, um ein multiskaliertes, polyvalentes Verständnis von Kulturerbe zu entwickeln.

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