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Untersuchungen zu den Sonnenheiligtümern der 5. Dynastie: Bedeutung und Funktion eines singulären Tempeltyps im Alten Reich

Voß, Susanne

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Abstract

Die sogenannten Sonnenheiligtümer der 5. Dynastie sind als Tempeltyp in der ägyptischen Baugeschichte singulär. Ihre erstes Auftauchen zu Beginn der 5. Dynastie unter Userkaf und ihre ebenso plötzliche Aufgabe am Ende der 5. Dynastie unter Unas haben seit der Freilegung des Sonnenheiligtums des Niuserre in Abu Gurob in den Jahren 1899-1901 viele Fragen aufgeworfen. Eine Reihe von Deutungen und Zuweisungen wurden seitdem unternommen, die den insgesamt sechs überlieferten Anlagen dieses Typs sehr unterschiedliche Stempel aufdrückten. In der vorliegenden Untersuchung wurden erstmals alle bis dahin bekannten archäologischen und schriftlichen Quellen zu den Sonnenheiligtümern der 5. Dynastie zusammen getragen, und in die bestehende Diskussion eingebunden. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass die bisherige Lehrmeinung, nach welcher die Anlagen im Re-Tempel von Heliopolis ihren theologischen Ursprung gehabt hätten, in den Quellen keine Bestätigung findet. Im Gegenteil: die Belege deuten auf den umgekehrten Weg hin, der den Re-Kult in den Sonnenheiligtümern als den älteren ausweist, der erst nach der Aufgabe der Sonnenheiligtümer, zu Beginn der 6. Dynastie, dem Kult des Atum in Heliopolis angegliedert wurde. Auch ließen sich die bisherigen Deutungen der Anlagen, etwa als Sonnenuntergangstempel, als reine Königskultanlagen ohne solaren Bezug, als Tempel für eine duale Verehrungsform des Re mit dem König oder als Kultstellen für den verstorbenen König nicht bestätigen. Laut Ausweis der vor Ort gefundenen Siegelabrollungen dienten die Anlagen der Verehrung der Triade Re-Hathor-König mit einer Dominanz des Sonnengottes, der in der Tempeldekoration als Schöpfer auftritt. In diesen Kontext fügte sich der lebende König als Teil der Schöpfung ein, deren Fortsetzung - und damit die Fortsetzung seines Königtums - er mit Hilfe des Re-Hathor-Kultes im Sonnenheiligtum sicherstellte. Damit befindet sich der Typ des Sonnenheiligtums in unmittelbarer Deutungsnähe zu den königlichen Pyramidenanlagen, mit welchen er auch die architektonische Dreiteilung Talbau-Aufweg-obere-Anlage gemein hat. Zugleich wirft dies die Frage nach dem Grund der Einführung dieses neuen Tempeltyps und ihres plötzlichen Endes auf. Als mögliche Ursache für die Gründung bietet die Untersuchung die These eines Legitimationsversuchs der "illegitimen" Herrscher der 5. Dynastie an. Da Userkaf und seine Nachfolger als erste Herrscher in der ägyptischen Geschichte keine leiblichen Söhne eines regierenden Herrschers waren, konnten sie die verlangte Gottessohnschaft zu ihrem "Vater" Re nicht in der herkömmlichen Form ausdrücken. Sie griffen daher zu einer Neuerung, ohne mit der Tradition der göttlichen Abkunft des Herrschers von Re zu brechen. Am Ende der 5. Dynastie, als die Unsicherheit aus dem Beginn der Herrschaft überwunden war, verloren die Anlagen ihren legitimatorischen Sinn, und wurden wieder eingestellt. Eine Rivalität zwischen Re und Osiris, die in der älteren Forschung als Grund für die Aufgabe konstatiert wurde, ließ sich dagegen aus den zeitgenössischen Quellen nicht herauslesen. Stattdessen suggerieren gerade die zeitgleichen Pyramidentexte eine Ergänzung beider Götter, Re und Osiris, wenn dort z.B. der zu Osiris gewordene König von Re im Himmel empfangen, und in seine Sonnenbarke aufgenommen wird.

Document type: Dissertation
Date: 2004
Supervisor: Altenmüller, Prof. Dr. H.
Date of thesis defense: 10. July 2000
Date Deposited: 31. Jul 2007 11:12
Faculties / Institutes: University, Faculty, Institute > Hamburg, University, Archäologisches Institut / Ägyptologie
DDC-classification: Alte Geschichte, Vor- und Frühgeschichte, Archäologie
Subject (Propylaeum): Egyptology
Controlled Subjects: Ägypten <Altertum> / Altes Reich, Sonnenheiligtum, Kultstätte
Subject (classification): Architecture
Countries/Regions: Egypt (Antiquity)
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