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Empowerment oder Entmachtung? Einfluss von Mikrofinanzprojekten auf die soziale Situation der Frau und das Geschlechterverhältnis in Südindien

Stocker, Stephanie

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Abstract

In der vorliegenden Arbeit werden Entwicklungshilfeprogramme zur Bekämpfung von Armut und Geschlechterungleichheiten überprüft. Ein aktuelles Beispiel bieten Mikrofinanzprojekte in Südindien (Tamilnadu), die Individuen oder Selbsthilfegruppen einen finanziellen Zugang ermöglichen und sich vor allem an Frauen richten. In einer ethnologischen Herangehensweise soll untersucht werden, inwiefern Kleinkredite und die Bildung von Selbsthilfegruppen die Position der tamilischen Frau beeinflussen. Der Schwerpunkt dieser Studie liegt auf dem Begriff "Empowerment", eines der Hauptziele der Mikrofinanzprojekte. Durch die Ausführungen indigener Konzepte wird dargelegt, inwiefern die tamilische Kultur der Frau eine eigentümliche Macht zugesteht und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern im Alltag vorsieht. Ebenso soll die spezifische Fürsorgepflicht der Frau gegenüber ihrer Familie begründet werden, die sich mit ihrem zunehmenden finanziellen Potential häufig verstärkt. Da solche Muster von Bankpersonal und Mikrofinanzvertretern jedoch immer wieder übersehen werden, haben Empowerment-Projekte oft eine gegenteilige Wirkung als beabsichtigt. In diesem Zusammenhang wird der Begriff "Disempowerment" herausgestellt, eine Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen durch Entwicklungsprogramme. Anhand eines empirischen Vergleichs zwischen zwei unterschiedlich aufgebauten Gruppen im ländlichen Tamilnadu werden verschiedene Auswirkungen begründet, die Mikrofinanzprojekte auf die individuelle Situation der Frau sowie auf Geschlechterverhältnisse in der Dorfgemeinschaft haben können: Stärkung der sozialen Stellung der Frau, aber auch zusätzliche Benachteiligungen und Verschärfung der bestehenden Geschlechterverhältnisse. Angesichts dieser unterschiedlichen gesellschaftlichen Folgen lässt sich feststellen, dass Kleinkredite und die Gründung von SHGs keinesfalls ausreichen, um die soziale Position der Frau aufzuwerten. Ferner soll Empowerment als etisches Konzept entlarvt werden, dass für eine erfolgreiche Anwendung jedoch relativ zu indigenen Sozialstrukturen verstanden werden muss.

Translation of abstract (English)

This thesis examines development programs that focus on the eradication of poverty and gender inequalities. A current example is illustrated by microfinance projects in South India which offer financial access to individuals or groups, particularly addressing women. In an anthropological approach it is explored, to which extent micro-credits and the foundation of Self-Help-Groups influence the social position of Tamil women. Central in this study is the term "Empowerment" as one of the main purposes of these projects. Indigenous concepts demonstrate how Tamil culture attributes a particular power to Tamil women and assumes a balanced relationship between men and women. Also, an intrinsic sense of responsibility on the part of the woman towards her family is explained, which has a significant impact on her financial potential. If patterns like these are ignored by bankers and microfinance institutions, Empowerment-projects may not have the desired outcomes. In this context the term "Disempowerment" is presented, which describes the disadvantage of certain parts of the population due to development projects. Based on a comparison between two differentially structured Self-Help-Groups in rural Tamil Nadu, the author illustrates several impacts of microfinance projects on the individual situation of the woman and on the gender relation in the village community: (1) Strengthening of the woman’s social position, (2) additional discriminations and (3) accentuation of the existing gender relation. Regarding these different social consequences, the author suggests that micro-credits and the foundation of Self-Help-Groups alone are not sufficient for an increasing social power of the women. Besides, Empowerment is presented as an etic concept, which has to be understood in accordance with indigenous social structures.

Document type: Master thesis
Date: 2009
Date Deposited: 1 October 2009
Faculties / Institutes: Universitäten / Institute > Ruprecht-Karls Universität Heidelberg / Institut für Ethnologie
DDC-classification: Customs, etiquette, folklore
Controlled Subjects: Indien <Süd>, Frau, Mikrofinanzierung, Soziale Situation
Uncontrolled Keywords: Südindien , Mikrofinanzprojekte , Frau , Geschlechterverhältnis, South India , Microfinance , Women , Gender diversity
Subject (classification): Anthropology
Countries/Regions: India

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