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Die Veränderung der Körperzusammensetzung als Ausdruck homöostatischer Regulationsprozesse

Kaufmann, Thomas

English Title: The Change in Body-Composition as Expression of Homoeostasic Regulatory Processes

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Abstract

Seit Anfang dieses Jahrtausends bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die ubiquitäre Zunahme der Adipositas als globale Epidemie („Globesity“) und sieht darin die größte Herausforderung der Gesundheitssysteme weltweit im dritten Jahrtausend. Aufgrund der Brisanz dieser Entwicklung wurden in der vorliegenden Inaugurationsdissertation das Ausmaß und die Konsequenzen der Adipositas ebenso beleuchtet wie der biologische, physiologische und genetische Hintergrund ihrer Entstehung und bisherige Erfahrungen und Erfolge durch Ernährungs- und Bewegungsinterventionen. Im experimentellen Teil dieser Inaugurationsdissertation wurde der Einfluss von Veränderungen des Bewegungs- und Essverhaltens auf die Körpermaße und Ausdauerleistungsfähigkeit von 751 übergewichtigen oder adipösen Männern und Frauen im Alter zwischen 19 und 65 Jahren untersucht, um zu prüfen, ob eine proteinreiche, kohlenhydratkontrollierte Ernährung und ein regelmäßiges Kraft-Ausdauertraining eine dauerhafte Gewichtsreduktion bei gleichzeitiger Steigerung der Körperzellmasse bedingt, ohne dass die aufgenommene Nahrungsmenge kontrolliert werden muss. Es konnte gezeigt werden, dass die Veränderung der Körperzusammensetzung über 24 Monate den Veränderungen des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens folgte. Aufgrund mangelnder Compliance bewirkte die oben beschriebene Verhaltensintervention, entgegen der Ausgangshypothese, bei den untersuchten Gruppen nur eine vorübergehende aber keine dauerhafte Veränderung der Körperzusammensetzung. Zudem zeigte sich eine differenzierte Anpassung der aktiven Körperzellmasse an die Ernährungssituation und das Training. Während die gesamte Körperzellmasse abnahm, kam es in der trainierten Extremitätenmuskulatur zu einer Umfangszunahme als Zeichen der lokalen Hypertrophie. Eine differenzierte Analyse der Probanden, deren Körperfett nach 24 Monaten mindestens zwei Kilogramm über oder unter dem Ausgangsgewicht lag, ergab den Süßigkeitenkonsum als wichtigsten Einflussfaktor für Körpergewicht und Körperfettmasse. Während der Phylogenese bestand die Hauptfunktion des Fettspeichers darin, in Mangelsituationen vor Energiemangelzuständen zu schützen. Im Unterschied dazu dient das Körperfett heute in erster Linie als „Energiepuffer“, um die gesundheitsschädigende Wirkung eines Nahrungsüberflusses zu minimieren. Indem postprandial der Blutzucker- und der Blutfettspiegel gesenkt werden, verhindert bzw. verzögert der Aufbau von Körperfett die Entwicklung einer Gluko- und Lipotoxizität und die damit verbundenen Folgeerkrankungen. Übergewicht und Adipositas korrelieren mit den „adipositasassoziierten“ Erkrankungen, sind jedoch nicht deren Ursache, sondern helfen, diese zu verhindern oder zumindest aufzuschieben. Dies zeigt sich auch in der „unkomplizierten Adipositas“, die von einer Fettleibigkeit mit zusätzlichen Erkrankungen unterschieden werden muss. Die Studienlage der letzten 50 Jahre deutet darauf hin, dass, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durch ein strukturiertes Verhaltensprogramm keine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erzielen ist. Zudem ist bis heute nicht belegt, dass eine Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen und Adipösen die Mortalitätsrate senkt. Daher muss hinterfragt werden, ob die Konzentration auf ein bestimmtes Körpergewicht bzw. BMI-Bereich ein nützlicher und gesundheitsfördernder Ansatz ist oder ob über andere Therapiemöglichkeiten oder alternative Ziele nachgedacht werden sollte.

Translation of abstract (English)

Since the beginning of this millennium the World Health Organization (WHO), declares the ubiquitous rise of obesity as a global epidemic ("Globesity") and expects it to become the biggest challenge for health systems around the world in the third millennium. Due to the sensitive nature of this development this inaugural dissertation illuminates the extent and consequences of obesity and the biological, physiological and genetic background of its origin and previous experiences and achievements of diet and exercise interventions. In the experimental part of this inaugural dissertation the influence of changes in exercise and eating behavior on body measurements and endurance capacity of 751 overweight or obese men and women between the ages of 19 and 65 have been examined to determine whether a high protein, carbohydrate-controlled diet and a regular strength-endurance training may cause lasting weight loss while increasing the body-cell-mass without controlling the amount of food-intake. It was shown that the change in body composition over 24 months followed the changes in diet and exercise. Due to a lack of compliance the above-described behavior intervention, contrary to the hypothesis, resulted in only temporary but no permanent changes in body-composition. In addition, there was a sophisticated adaptation of the active body-cell-mass to the nutrition- and training-stimuli. While the entire body-cell-mass decreased, the circumference of the trained limb muscles increased as a sign of local hypertrophy. A detailed analysis of the subjects whose body fat was at least two kilograms above or below the starting weight after 24 months found the candy consumption as the major determinant of body weight and body fat mass. During the phylogeny the primary function of fat storage was the protection against energy shortages in starvation periods. In contrast, the body fat is now used primarily as an "energy buffer" to minimize the harmful effect of food abundance. By reducing the postprandial blood sugar and blood fat levels the development of body fat prevents or delays the development of a gluco-lipotoxicity and related health complications. Overweight and obesity are correlated with the "obesity-related" diseases, but instead of being their cause rather help to prevent or at least postpone them. This is also seeable in the "uncomplicated obesity", which has to be distinguished from obesity with additional diseases. The studies of the last 50 years suggest that, with few exceptions, through a structured behavioral program, no permanent weight loss can be achieved. In addition, up to now no evidence exists that weight reduction in overweight and obese individuals reduces the mortality rate. Therefore it should be questioned whether the concentration on a certain body weight or BMI range is a useful and health-promoting approach, or whether alternative treatment options or goals should be thought of.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Huber, Prof. Dr. Gerhard
Date of thesis defense: 3. July 2012
Date Deposited: 30. Jul 2012 08:54
Date: 2012
Faculties / Institutes: The Faculty of Behavioural and Cultural Studies > Institut für Sport und Sportwissenschaft
Subjects: 796 Athletic and outdoor sports and games
Controlled Keywords: Fettsucht, Diät, Sport
Uncontrolled Keywords: Körperzusammensetzung , Bewegungsprogramm , AdipositasObesity , Diet , Exercise , body-composition , exercise-program
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