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Partizipation als pädagogisches Konzept und Strategie innovativer Armutsbekämpfung : aufgezeigt am Beispiel eines EU-Modellprojektes zur Wohnraumgewinnung für einkommensschwache Personen und Gruppen

Stumpf, Hildegard

English Title: Participation as a pedagogic concept and strategy for the innovative alleviation of poverty

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Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Optionen partizipativer Sozialer Arbeit, die mit von Obdachlosigkeit und Armut bedrohten StadtbewohnerInnen im Rahmen eines, auf die Lauf-zeit von zwei Jahren angelegten, öffentlich geförderten Wohnraumsanierungsprojektes in München verwirklicht wurden. In welcher Weise durch partizipative sozialpädagogische Ar-beitsformen das Erleben der AdressatInnen hinsichtlich ihrer Alltagsbewältigung bewusst, d.h. als methodisch reflektierter Aspekt, in die professionellen Handlungsvollzüge miteinbe-zogen werden, ist der Kernpunkt der Erkenntnisleitenden Fragestellung. Die hierin begründete theoretische Perspektive der Lebensweltorientierung (Thiersch, Habermas) bezieht sich des-halb auf die Wirklichkeitserfahrung eines primären Handlungszusammenhangs der Adressa-tInnen des Armutsbekämpfungsprojektes. Die traditionellen Aufgaben einer kompensierenden Unterstützung werden erweitert durch die explizite Gestaltung eines für die AdressatInnen und durchaus auch für die professionell Handelnden neuen Lern- und Erfahrungsraums. Die möglichst eigeninitiative Bewältigung spezifischer Krisen durch die AdressatInnen selbst, ist maßgebend für die Interventionsformen pädagogischen Handelns. Es gelang eine Form inte-graler sozialer Dienstleistung, die verknüpft wurde mit den intermediären Arbeitsweisen des Wohnraumsanierungsprojektes. Die Dissertation, die als empirische Studie angelegt ist, rekonstruiert dieses prozessorientierte Partizipationsverfahren. Es wurde ein dreigliedriges summatives Evaluationsdesign imple-mentiert. Dieses besteht aus (1.) der interpretativen Deskription des Partizipationsprozesses (Bohnsack, Peirce), aus einem (2.) ExpertInnengespräch mit den befassten AkteurInnen des Projektes, sowie (3.) der Gruppendiskussion mit den AdressatInnen; es sind die späteren Be-wohnerInnen des Anwesens (Mangold, Meuser/Nagel). Der gewählte Forschungsansatz nimmt das Anliegen der Weiterentwicklung partizipativer Sozialer Arbeit auf und ist gleich-zeitig als Sozialarbeitsforschung zu qualifizieren (Beywl, Heiner). Es wird insbesondere der Zugewinn an Kompetenz und Problemlösungsfähigkeit der AdressatInnen veranschaulicht. Ebenso werden Fragen der Machbarkeit, der intermediären Zusammenarbeit und des Ertrages partizipativer Verfahren in der kommunalen Wohnraumversorgung verhandelt. Mit der Kom-bination der Forschungsschritte wird eine aspektreiche Analyse der Thematik „Armutspräven-tion als sozialpädagogisches Handlungsfeld“ offenbar. Im Bedingungsgefüge der individuellen Versorgungslage von Menschen in Armut sind die Bereiche Bildung , Gesundheit, Arbeit, Wohnen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu mindestens teilweise eingeschränkt. Mit dieser Situation gehen deprivierte Lebenslagen einher. Durch subjektives Erleben können sich objektiv ein-schränkende Lebensfaktoren wesentlich verstärken. Dieser Zusammenhang ist in Theorie und Praxis Sozialer Arbeit als auch in sozial- und erziehungswissenschaftlichen Diskursen nichts Neues. Jedoch finden innerhalb des Gegenstandsbereiches der sozialen Wohnraumversorgung solche Kategorien bislang wenig Beachtung. Und dies sowohl hinsichtlich der Ausschlusser-fahrung von Obdachlosigkeit bedrohter Haushalte als auch ihrer unterschiedlichen Möglich-keiten und Ressourcen, die bei entsprechender Förderung Armutskontexte aufzubrechen ver-mögen. Dieser Partizipationsprozess wird mittels dokumentarischer Methode rekonstruiert. Ausge-wählte Untersuchungsergebnisse veranschaulichen, wie die offen gestaltete pädagogische Situation den AdressatInnen neue, konstruktive Erfahrungen ermöglicht. Es werden Ergebnis-se hinsichtlich der Orientierung, Kompetenzstärkung, Entscheidungshilfen, Netzwerkförde-rung und Geschlechterarrangement im dazu angelegten Gruppendiskussionsverfahrten mit den AdressatInnen (späteren BewohnerInnen) herausgearbeitet. Die Untersuchungsergebnis-se verdeutlichen nicht nur die Intention des Prozesses sondern liefern vor allem Hinweise auf gelungene Partizipation. Im theoretischen und methodischen Diskussionszusammenhang wird Partizipation als „Ar-mutsbekämpfungsstrategie“ untersucht. Kontrastiert und zueinander in Beziehung gesetzt wird der Lebensweltbegriff sensu Habermas mit dem Alltags- und Lebensweltbegriff sensu Thiersch. Dabei wird an den Habermasschen Begriff des Kommunikativen Handelns ange-schlossen. Diese Betrachtung evoziert wiederum methodologische und methodische Überle-gungen, die unter dem Gesichtspunkt der Selbstevaluation fokussiert werden, als einer im-pulsgebenden Möglichkeit, Erfahrungswissen durch Reflexionswissen erst zugänglich zu ma-chen und so gleichsam als konstitutives Element des sozialpädagogisch angestrebten Partizi-pationsprozesses ins Bewusstsein zu treten. Vor dem Hintergrund des zurückgelegten Forschungsprozeses wird zusammenfassend disku-tiert, was mit der sozialpädagogischen Projektintention, nämlich der nachhaltigen „Verbesse-rung von Lebenslagen“ zu verstehen ist: Beziehungsfähigkeit, die Erfahrung von Vernet-zungs- und Aushandlungsmöglichkeiten im Sinne einer Neuentdeckung alternativer Kommu-nikationsmuster, Gerechtigkeit und Fairness, Selbstbestimmung im Horizont einer advokato-rischen Ethik (Brumlik), Mündigkeit, Integration im Kontext interkulturellen Zusammenle-bens und Fähigkeiten (Rommelspacher), gerade der Frauen, integrativ wirksame soziale Kompetenzen zu entwickeln. Als ein hervorgetretener Aspekt wird in diesem Zusammenhang die Gefahr der Reifizierung bestehender gesellschaftlicher Rollenmuster durch profesionelles Handelnden veranschaulicht.

Translation of abstract (English)

The present work deals with options for participative social work which were realised with city dwellers threatened with homelessness and poverty within the framework of a publicly subsidised housing rehabilitation project in Munich designed over a term of two years. The manner in which, through participative socio-pedagogic forms of working, the experience of target group members in terms of the way they deal with everyday life is incorporated consciously, i.e. as a methodically reflected aspect, into professional implementation is the central point of the question guiding cognition. The theoretical perspective of the life-world orientation that is justified here (Thiersch, Habermas) therefore relates to the experience of reality of a primary behavioural correlation of the target group for the poverty alleviation project. The traditional tasks of compensatory support are expanded by the explicit creation of an area of learning and experience that is new for the target group and also for the professionals. The ability of the target group members themselves to cope with specific crises on their own initiative as far as possible is decisive for the forms of intervention that pedagogic action will take. The successful approach was a form of integral social services which was linked with the intermediary working methods of the housing rehabilitation project. The dissertation, which is set out as an empirical study, reconstructs this process-oriented participation procedure. A three-part summary evaluation design was implemented. This comprises (1) the interpretative description of the participation process (Bohnsack, Peirce), (2) an experts' discussion with the persons involved in the project and (3) the group discussion with the target group members; these are the later occupants of the development (Mangold, Meuser/Nagel). The research approach adopted picks up the concern of the further development of participative social work and is also to be classified as social work research (Beywl, Heiner). In particular, the increase in competence and problem-solving skills of the target group members is illustrated. Similarly, questions of feasibility, intermediary collaboration and the benefits of participative processes in local authority housing supply are also covered. The combination of the research stages opens the way to an analysis rich in aspects of the theme of "poverty prevention as a socio-pedagogic area of activity". In terms of the interlinking conditions relating to the individual supply situation of people affected by poverty, the areas of education, health, work, living and participation in social, cultural and political life are at least partly limited. Deprived living conditions go hand in hand with this situation. Subjective experience can considerably strengthen objectively restrictive living factors. In the theory and practice of social work and in discussions relating to social and educational sciences, this connection is nothing new. But within the sphere of social housing supply, such categories have attracted little attention to date. And this is true both as regards the experience of exclusion undergone by households threatened by homelessness and their different opportunities and resources which can break open the contexts of poverty if encouraged accordingly. This process of participation is reconstructed by means of documentary methods. Selected study results show how the openly structured pedagogic situation opens up new constructive experiences for the target group members. Results in terms of orientation, competence enhancement, aids to decision-making, network promotion and gender organisation were worked out in the related group discussion process with the target group members (later occupants). The study results not only illustrate the intention of the process but, above all, provide proof of successful participation. In the theoretical and methodical discussion context, participation is examined as a "poverty alleviation strategy". The life-world concept as used by Habermas is compared and contrasted with the life-world concept as used by Thiersch. Here, a link is established to the Habermas concept of communicative action. This view evokes in turn methodological and methodical considerations which are focussed under the aspect of self-evaluation, as an impulse-giving possibility of making empirical knowledge accessible through reflective knowledge and thus at the same time bringing it into the consciousness as a constituent element of the socio-pedagogically desired participation process. Against the background of the completed research process, the study then discusses, in summary, the question of what should be understood by the socio-pedagogic project intention, namely the long-term "improving of living conditions": the ability to relate, the experience of networking and negotiating possibilities in terms of a rediscovery of alternative communication patterns, justice and fairness, self-determination in the context of an advocatory ethic (Brumlik), coming of age, integration in the context of intercultural coexistence and skills (Rommelspacher), particularly of women, developing integratively effective social skills. As an aspect emerging from this, the danger of the reification of existing social roll patterns by those operating professionally is examined in this context.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Brumlik, Prof. Dr. Micha
Date of thesis defense: 7. November 2003
Date Deposited: 08. Apr 2004 08:54
Date: 2001
Faculties / Institutes: The Faculty of Behavioural and Cultural Studies > Institut für Bildungswissenschaft
Subjects: 300 Social sciences
Controlled Keywords: Sozialpädagogik, Sozialarbeitswissenschaft, empirische Untersuchung, Armutsprävention, Partizipation obdachloser Personen, Interkulturalität
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