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Abstract
In den vergangenen Jahrzehnten haben globale Migrationsprozesse zu einer signifikanten Zunahme mehrsprachiger Lebenswelten geführt und tiefgreifende Transformationen sprachlicher Repertoires bewirkt. Für Migrant*innen tritt neben ihre ursprüngliche Muttersprache die Sprache der Mehrheitsgesellschaft des neuen Landes, wodurch komplexe Konstellationen individueller und familialer Mehrsprachigkeit entstehen. Kinder, die in frühem Alter migrieren oder im Aufnahmeland geboren werden, wachsen in solchen Konstellationen als sogenannte Herkunftssprecherinnen auf, deren sprachliche Kompetenzen entlang eines Kontinuums zwischen balancierter Bilingualität und identitätsbezogener Zugehörigkeit ohne aktive Sprachverwendung verortet werden können (Fishman 2001; Montrul 2019; Montrul und Polinsky 2021; Polinsky 2015; Valdés 1997). Vor dem Hintergrund eines steigenden Anteils der Bevölkerung mit Migrationserfahrung in Deutschland rückt die Frage nach der Aushandlung von Herkunftssprache und Umgebungssprache in familialen Kontexten in den Fokus sprachwissenschaftlicher und migrationssoziologischer Forschung (Guardado 2018; Montrul 2015; Montrul & Polinsky 2021; Potowski 2018). Die vorliegende Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Soziolinguistik, Mehrsprachigkeitsforschung und Migrationsforschung und untersucht Sprachsozialisation als dynamischen Prozess, der in der Interaktion zentraler Sozialisationsräume – Familie, Bildung und Gemeinschaft – hervorgebracht wird. Die Familie wird hierbei als primärer Ort der Sprachsozialisation und der intergenerationalen Sprachweitergabe konzeptualisiert, während formale Bildungsinstitutionen die Dominanz der Umgebungssprache weiter stabilisieren. Im Zentrum steht die Analyse familiärer Sprachpolitik (family language policy), verstanden als Zusammenspiel von Sprachideologien, sprachlichen Praktiken und expliziten oder impliziten Managementstrategien (Blommaert & Backus 2013; Moreno Fernández & Loureda 2023; Spolsky 2009). Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Modellierung intergenerationaler Sprachweitergabe unter migrationsbedingten Mehrsprachigkeitsbedingungen und generieren zugleich anwendungsorientiertes Wissen für sprachpolitische und bildungssprachliche Förderkonzepte im Bereich des Spanischen als Herkunftssprache.
| Document type: | Dissertation |
|---|---|
| Supervisor: | Loureda, Prof. Dr. Óscar |
| Place of Publication: | Heidelberg |
| Date of thesis defense: | 20 January 2026 |
| Date Deposited: | 05 Mar 2026 08:54 |
| Date: | 2026 |
| Faculties / Institutes: | Neuphilologische Fakultät > Dekanat Neuphilologische Fakultät |
| DDC-classification: | 460 Spanish and Portugese languages |
| Controlled Keywords: | Ibero-Amerika-Studien, Herkunftssprache, Soziolinguistik, Spanisch, Migration, Mehrsprachigkeit |







