Directly to content
  1. Publishing |
  2. Search |
  3. Browse |
  4. Recent items rss |
  5. Open Access |
  6. Jur. Issues |
  7. DeutschClear Cookie - decide language by browser settings

Altruismus aus soziologischer Perspektive: Theoretische Implikationen und empirische Untersuchungen zu Varianten altruistischer Handlungen von Akteuren in gesellschaftlichen Ordnungen

Spiziali, Andreas

[thumbnail of Dissertation_Spiziali_Andreas_Soziologie_Uni_HD_2026.pdf]
Preview
PDF, German - main document
Download (3MB) | Lizenz: In Copyright - Rights reserved

Citation of documents: Please do not cite the URL that is displayed in your browser location input, instead use the DOI, URN or the persistent URL below, as we can guarantee their long-time accessibility.

Abstract

Ziele, Theorie und Hypothesen: Die Dissertation widmet sich der Frage, wie Altruismus aus soziologischer Perspektive erfasst und analysiert werden kann. Ausgehend von einer ideengeschichtlichen Einordnung zeigt die Arbeit, dass Altruismus seit der Antike mit unterschiedlichen Konzepten wie Gemeinwohl, Solidarität oder Nächstenliebe verbunden wurde und stets in Relation zu normativen oder funktionalen Vorstellungen stand. Während die Philosophie und Theologie lange Zeit Deutungsmacht beanspruchten, treten seit der Moderne empirische, psycholo-gische und ökonomische Perspektiven hinzu, die Altruismus genetisch, motivational oder nutzenkalkulatorisch zu erklären versuchen. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Dissertation einen handlungstheoretischen Rahmen, der auf Max Webers Handlungstypologie aufbaut und mithilfe des Makro-Mikro-Makro-Modells in ein empirisches Forschungsprogramm überführt wird. Im Zentrum stehen drei Kernhypothesen: (1) Situationen weisen bestimmte Eigenschaften auf, die altruistisches Handeln begünstigen oder hemmen. (2) Handlungsmotive fungieren als Träger altruistischer Handlungen. (3) Altruismus ist nicht systematisch institutionalisierbar. Methode: Das Forschungsdesign folgt einem (sequentiellen) Mixed-Methods-Ansatz (QUAL => QUAN). Zunächst werden exemplarische Fallbeispiele altruistischen Handelns – etwa bei Naturkatastrophen oder im Alltag – vorgestellt und qualitativ analysiert, um situative Bedingungen zu rekonstruieren. Ergänzend wurden Interviews mit altruistisch handelnden Personen durchgeführt, die insbesondere Aufschluss über subjektive Deutungen und Motive geben. Auf dieser Grundlage erfolgte eine quantitative Überprüfung der extrahierten Motivkategorien durch explorative und konfirmatorische Faktorenanalysen. So konnte gezeigt werden, dass neben den klassischen weberianischen Handlungstypen – zweckrational, wertrational, traditional und affektuell – eine weitere Kategorie identifiziert werden kann: das reflexive Selbst. Diese Motivlage beschreibt die bewusste Selbstreflexion über eigene Werte, Erfahrungen und moralische Erwartungen und erweitert damit die gängigen handlungstheoretischen Erklärungen. Ergebnisse: Situative Merkmale wie Lebensgefahr oder Außeralltäglichkeit sind zwar als Auslöser wirksam, die altruistische Handlung ist jedoch letztlich von den individuellen Motiven der Akteure abhängig. Damit wird bestätigt, dass Altruismus nicht allein durch äußere Bedingungen erklärbar ist. Zugleich zeigen die Analysen, dass altruistisches Handeln nicht aggregierbar ist: Es gibt keine festen Transformationsregeln, die individuelles Handeln in kollektive Muster überführen könnten. Institutionelle Mechanismen, die Altruismus dauerhaft sichern, konnten nicht festgestellt werden. Vielmehr bleibt Altruismus definitionsgemäß eine freiwillige Handlung oh-ne bedeutsame Sanktionsabsicherung. Diskussion: Die Dissertation kommt zu dem Schluss, dass eine soziologische Perspektive auf den Altruismus die Mehrdimensionalität des Phänomens betonen muss: Altruismus entsteht aus der Wechselwirkung zwischen sozialen Situationen, individuellen Motiven und ideellen Wert-vorstellungen. Er ist weder universell einforderbar noch auf eine einzelne Logik reduzierbar, variiert aber in Abhängigkeit vom Kontext und kann durch Sozialisation, Bildung und Vorbilder strukturell gefördert werden. Für die Soziologie eröffnet dies ein fruchtbares Forschungsfeld, das sowohl interdisziplinär anschlussfähig ist als auch die klassische Dichotomie zwischen Individuum und Struktur neu perspektiviert. Schlagwörter: Altruismus, Interdisziplinarität, Handlungstheorie, Makro-Mikro-Makro-Modell, Mixed-Methods

Document type: Dissertation
Supervisor: Schwinn, Prof. Dr. Thomas
Place of Publication: Heidelberg
Date of thesis defense: 25 February 2026
Date Deposited: 09 Mar 2026 09:17
Date: 2026
Faculties / Institutes: The Faculty of Economics and Social Studies > Institute of Sociology
DDC-classification: 150 Psychology
300 Social sciences
310 General statistics
Controlled Keywords: Altruismus, Interdisziplinarität, Handlungstheorie, Makro-Mikro-Makro-Modell, Mixed-Methods, Faktorenanalyse (explorative und konfirmatorische)
About | FAQ | Contact | Imprint |
OA-LogoDINI certificate 2013Logo der Open-Archives-Initiative