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Demographische und schlaganfallspezifische Charakteristika bei Schlaganfallpatienten mit primären Kopfschmerzerkrankungen und akuten Kopfschmerzen: Eine retrospektive Analyse

Kerth, Julia Nikola

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PDF, German
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Abstract

Weltweit zählen Schlaganfälle zu den häufigsten Ursachen für neurologisch-kognitive Behinderung und gelten als die zweithäufigste Todesursache. Die Schlaganfall- Diagnostik ist zeitkritisch und erfordert sowohl eine sorgfältige klinische Beurteilung als auch eine schnelle bildgebende Diagnostik. Kopfschmerzen während der Akutphase eines Schlaganfalles treten in 7,4-34% der Fälle auf und können aufgrund der weniger bedrohlichen Natur der Symptomatik zu einer verzögerten Diagnostik sowie Therapie führen. Darüber hinaus gelten primäre Kopfschmerzerkrankungen, insbesondere die Migräne mit Aura, als Risikofaktoren für das Auftreten eines ischämischen Schlaganfalles. Trotz dieser Relevanz sind schlaganfallspezifische Merkmale sowie patientenspezifische Charakteristika für Schlaganfall-Patienten mit Kopfschmerzen oder einer positiven Kopfschmerz-Anamnese bislang unzureichend untersucht. Ziel dieser Arbeit war es, Schlaganfall-Patienten mit einer Kopfschmerz-Anamnese hinsichtlich demographischer sowie schlaganfallspezifischer Aspekte zu untersuchen und zu vergleichen. Diese retrospektive Studie der Klinik-internen Schlaganfall-Datenbank umfasst 852 Patienten mit akutem zerebrovaskulären Syndrom, die Kopfschmerzen während des Ereignisses aufwiesen oder eine bekannte primäre Kopfschmerzerkrankung hatten und zwischen 2004 und 2020 auf der Schlaganfall-Station des Universitätsklinikums Mannheim behandelt wurden. Die Patienten wurden analog der Symptomatik in drei Gruppen eingeteilt: 1. Akute Kopfschmerzen mit Kopfschmerz-Anamnese; 2. Akute Kopfschmerzen; 3. Kopfschmerz-Anamnese. 60 Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede in der Alters- und Geschlechterverteilung. Patienten mit akuten Kopfschmerzen und einer positiven Kopfschmerzanamnese waren signifikant jünger als Vergleichspatienten ohne vorbekannte Kopfschmerzerkrankung (53,0 Jahre vs. 62,4 Jahre, p<0,001) und häufiger Frauen (62,7% vs. 44,5%, p<0,001). Bezüglich der Schlaganfall-Lokalisation zeigte sich, dass Patienten mit akuten Kopfschmerzen eher ischämische Ereignisse im hinteren Stromgebiet erlitten, während Probanden ohne akute Kopfschmerzen häufiger von Infarkten im Bereich der vorderen Zirkulation betroffen waren. Patienten mit einer bekannten Kopfschmerzerkrankung hatten signifikant häufiger einen migränösen Infarkt oder eine Dissektion, während das ischämische Ereignis bei Patienten ohne entsprechende Anamnese signifikant häufiger durch eine Kardioembolie verursacht wurden. Innerhalb der Gruppen zeigte das Geschlecht insgesamt einen geringen Einfluss auf die Schlaganfalllokalisation oder Ätiologie. Ein migränöser Schlaganfall wurde ausschließlich bei Frauen beobachtet. Eine Limitation dieser Studie liegt in der erschwerten statistischen Vergleichbarkeit der Gruppen aufgrund ihrer unterschiedlichen Gruppengrößen. Zudem führte das retrospektive Studiendesign zu teilweise unvollständigen Datensätzen. Trotz dieser Einschränkungen liefern die Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse, die weitestgehend mit den Ergebnissen früherer Studien übereinstimmen. Besonders relevant ist die Erkenntnis, dass auch Patienten, die möglicherweise nicht dem typischen Risikoprofil für einen Schlaganfall entsprechen, frühzeitig erkannt werden müssen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten. Zukünftige Studien sollten die hier untersuchten Aspekte in prospektiven Untersuchungen weiter präzisieren, um Risikogruppen noch gezielter identifizieren zu können.

Document type: Dissertation
Supervisor: Bürgy, Prof. Dr. Daniel
Place of Publication: Heidelberg
Date of thesis defense: 12 December 2025
Date Deposited: 02 Apr 2026 08:07
Date: 2026
Faculties / Institutes: Medizinische Fakultät Mannheim > Neurologische Klinik
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