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Die Macht des Krokodils

The power of the crocodile

Lohwasser, Angelika

In: Internet-Beiträge zur Ägyptologie und Sudanarchäologie, 4 (2003), pp. 131-135

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PDF, German
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Abstract

Ausgangspunkt meiner Betrachtungen zum Krokodil ist ein Plättchen, das in einem Grab im Friedhof von Sanam gefunden wurde (heute im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden, Inv.-Nr. F 1940/11.10). Das Bildfeld auf der Vorderseite zeigt in erhabenem Relief eine stehende Figur mit Doppelkrone und Uräus auf einem Krokodil, das sie speert. Mit der erhobenen hinteren Hand hält der Mann den Speer, mit der nach vorn gestreckten vorderen Hand hält er ein Seil, das dem Krokodil die umgewandte Schnauze zusammenbindet. Auf oder über dem Kopf des Krokodils ist ein großes Schilfblatt wiedergegeben. Zwischen oberstem Teil des Schilfblattes und der Krone der Figur befindet sich ein kleines Udjat. Die Rückseite ist in vertieftem Relief gearbeitet. Zwei große Skorpione sind gegenläufig wiedergegeben, zwischen ihnen verläuft eine Linie. Das Krokodil wurde in Ägypten sowohl als gefährliche Macht gefürchtet (Zaubersprüche, Amulette) als auch als Gottheit (Sobek) verehrt. Im antiken Sudan ist ebenfalls der ambivalente Charakter zu erkennen, jedoch in einer anderen Qualität: einerseits ist das Krokodil eine böse Macht, die Menschen und Tiere bedroht, andererseits ist das Krokodil, zumindest in der meroitischen Epoche, ein Garant für das lebensspendende Wasser. Als Gottheit ist es bisher nur einmal (namenlos) belegt. Um seine Gefährlichkeit zu bannen, wurden (wie in Ägypten) Amulette verwendet. Besonders anschaulich ist die "Befriedung" des Krokodils allerdings durch die Darstellung mit der zusammengebundenen Schnauze gezeigt. Ein expliziter "Krokodilkult" ist aus dem antiken Sudan bisher nicht belegt, jedoch kann man durch die gefundenen Amulette und Darstellungen (v.a. auf Gefäßen und in sakralen Stätten) davon ausgehen, daß die Macht des Krokodils mittels Magie beeinfußt werden sollte.

Translation of abstract (English)

F. Ll. Griffith found a plaque of fayence in tomb 151 of the cemetery of Sanam (today stored in the im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden, Inv.-Nr. F 1940/11.10). The recto shows a king spearing a crocodile. The beast turns its head towards the king who has fastened its snout with a rope. Above the crocodile there is a representation of a big feather (Maat) and a small udjat. The verso shows two scorpions. In ancient Egypt, the crocodile was feared as an evil animal and honoured as a god (Sobek) at the same time. This ambivalence can be noticed also in the Sudan, but until now we do not have identified a crocodile-god (except one anonymous representation). Beside the negative and murderous power of the beast, it is a guarantee for water, since the crocodile needs a wet surrounding. Like the Egyptians, the Nubians tried to protect themselves with the use of amuletts. They thought to influence the power of the evil with magical acts. The representation on the plaque shows the blocking of the negative power in three ways: The king (who is superhuman) stands on the crocodile, he pushes a spear through its back and the tied up its snout.

Document type: Article
Version: Secondary publication
Date Deposited: 05 Feb 2015 11:59
Faculties / Institutes: Research Project, Working Group > Individuals
DDC-classification: Ägypten (Altertum)
Subject (Propylaeum): Egyptology
Controlled Subjects: Ägypten <Altertum> , Krokodil
Subject (classification): History of the ancient world to ca. 499
Countries/Regions: Egypt (Antiquity)
Paper series:
SeriesVolume
Schriften von Angelika Lohwasser25