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Kognitive Reserve im Alter – Wechselwirkungen neuropsychologischer, sozialer und neurobiologischer Faktoren im Vorfeld demenzieller Erkrankungen. Eine Analyse im Rahmen der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE)

Sattler, Christine

English Title: Cognitive reserve and aging

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Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von individuellen, im Lebenslauf verankerten Ressourcen auf das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen im Altersverlauf. In der aktuellen Forschungsdiskussion werden entsprechende Ressourcen im Konzept der kognitiven Reserve zusammengefasst. Die Theorie der kognitiven Reserve liefert ein theoretisches Erklärungsmodell dafür, dass das Ausmaß von Gehirnschädigungen bei demenziellen Erkrankungen nicht eindeutig mit der klinischen Manifestation derselben korrespondiert. So bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede bzgl. des Zusammenhangs zwischen Gehirnpathologie und klinischer Symptomatik. Es ist davon auszugehen, dass Personen mit einem höheren Ausmaß an kognitiver Reserve Gehirnschädigungen länger kompensieren können. Es besteht jedoch bisher kein Konsens darüber, welche Faktoren genau zur kognitiven Reserve beitragen. Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke zu leisten und mit ihren Ergebnissen zur aktuellen Präventionsdiskussion beizutragen. Für die vorliegende Arbeit konnten Daten der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) ausgewertet werden, die zwei Geburtsjahrgangskohorten (1930-32 und 1950-52 Geborene) seit Beginn der 90er Jahre anhand eines umfassenden Untersuchungsprogramms in ihrem Altersverlauf untersucht (t1: 1993-1996, t2: 1997-2000, t3:2005-2008). In der vorliegenden Arbeit wurden Daten der älteren Jahrgangskohorte ausgewertet. Ausgehend vom ersten Messzeitpunkt wurde untersucht, inwiefern bestimmte Ressourcenunterschiede das Risiko, an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB)bzw. Alzheimer-Demenz (AD) zum dritten Messzeitpunkt zu erkranken, beeinflussen.Die statistischen Analysen ergaben signifikante Unterschiede zwischen Kontrollprobanden und LKB- bzw. AD-Probanden hinsichtlich mehrerer Variablen. So wiesen Gesunde gegenüber Patienten signifikant mehr Bildungsjahre auf. Darüber hinaus gaben Kontrollpersonen zu t1 ein signifikant höheres Haushaltsnettoeinkommen an als Patienten. Weitere Unterschiede konnten bzgl. des Freizeitverhaltens der Probanden identifiziert werden. So wiesen Kontrollpersonen zu t1 ein signifikant höheres Ausmaß an kognitiver Freizeitaktivität auf als Patienten. Im Rahmen einer sportmotorischen Untersuchung zeigte sich, dass Probanden, die eine Aufgabe zur koordinativen Motorik zu t1 bewältigten, im Längsschnitt besser vor einer LKB bzw. AD geschützt waren. Hinsichtlich des Ausmaßes der selbst eingeschätzten körperlichen und sozialen Freizeitaktivität sowie der muskulären Kraft bestanden hingegen keine Gruppenunterschiede. Gleiches galt für die Ausprägungsformen der Gene Apo-E und COMT,die für diese Stichprobe keine Risikofaktoren darstellten. Im Rahmen einer schrittweisen logistischen Regressionsanalyse wurde das Bildungsniveau mit einer Varianzaufklärung von 12,7 % als stärkster Prädiktor für das spätere LKB- / AD-Risiko identifiziert. Als zweite Variable wurde das Ausmaß an kognitiver Freizeitaktivität in das Modell integriert. Den drittstärksten Prädiktor stellte der sozioökonomische Status dar. Als vierte und letzte Variable wurden koordinative Fähigkeiten berücksichtigt. Die Varianzaufklärung des Gesamtmodells lag bei 19,9 %. Die vorliegende Arbeit konnte zeigen, dass sowohl früh als auch im höheren Erwachsenenalter gestaltbare Ressourcen das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen im Alter signifikant beeinflussen können. Einen wichtigen früh erworbenen Einflussfaktor stellt das Bildungsniveau dar. Doch auch das Verhalten im höheren Erwachsenenalter kann nach den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit das individuelle LKB- / AD-Risiko signifikant beeinflussen – so übten kognitive Freizeitaktivität und koordinative Fähigkeiten zu t1 unabhängig vom Bildungsgrad einen signifikant protektiven Effekt auf das LKB- / AD-Risiko zu t3 aus. Die vorliegenden Ergebnisse stellen einen wichtigen Ansatz für die Empfehlung von individuellen Präventionsmaßnahmen auf der Verhaltensebene dar. Hierbei steht die Stärkung von individuellen Ressourcen – wie etwa kognitiver und körperlicher Fitness – im Mittelpunkt. Zur genaueren Differenzierung des Reservekonzeptes sind weitere Forschungsarbeiten jedoch sicherlich wünschenswert und notwendig.

Translation of abstract (English)

Cognitive gains and cognitive deficits play a decisive role with respect to cognitive development in old age. The clinical picture of “mild cognitive impairment” is a very frequent condition, affecting about 30 % of young-old subjects. However, such kind of cognitive impairments do not directly result from neurobiological changes but are modified by numerous risk- and protective factors. These interactions are frequently described within the theoretical framework of cognitive reserve and are believed to be associated with many heterogeneous factors such as school education, socioeconomic state and genetic polymorphisms. Interactions between different markers of cognitive reserve have not been studied sufficiently so far. This dissertation thus focused on two different aims: 1. the confirmation of important risk- and protective factors within the Interdisciplinary Longitudinal Study of Adult Development and Aging (ILSE) in Germany; 2. the investigation of interactions between different dimensions of cognitive reserve.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Schröder, Prof. Dr. Johannes
Date of thesis defense: 11. January 2012
Date Deposited: 07. Feb 2012 09:44
Date: 2011
Faculties / Institutes: The Faculty of Behavioural and Cultural Studies > Institute of Psychology
Subjects: 150 Psychology
Controlled Keywords: Alzheimer-Krankheit, Prävention
Uncontrolled Keywords: Kognitive ReserveCognitive Reserve, Alzheimers Disease, Prevention
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