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Jacob Steiners Lebensjahre in Berlin 1821-1863 : nach seinen Personalakten dargestellt.

Lange, Julius

In: Verzeichnis der Programme, welche im Jahre ... von den höheren Schulen Deutschlands (ausschl. Bayerns), soweit sie am Austausch teilnehmen, veröffentlicht werden, 1899 (1899), Nr. 116. pp. 1-70

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Abstract

In den bisherigen Biographien Steiner's wird seiner Thätigkeit als Lehrer an den höheren Schulen Berlins, besonders an der Berliner Gewerbeschule, nur sehr dürftig gedacht und dieselbe vielfach unrichtig dargestellt. Um diese Lücke zu ergänzen, hat Lange die Berliner Lebensjahre von 1821-1863 nach den Personalacten Steiner's ausführlich dargestellt. Diese hier zum ersten Male ans Licht gezogenen Schriftstücke enthalten ein gutes Stück Berliner Schulgeschichte und sind als Festschrift zur Erinnerung an das 75-jährige Bestehen der Friedrichs-Werderschen Oberrealschule (ehemaligen Gewerbeschule) wohl geeignet. Der Verehrer des grossen Geometers Steiner möchte vielleicht wünschen, dass diese das Charakterbild Steiner's als Menschen nicht gerade vorteilhaft darstellenden Personalacten niemals dem Staube entrissen wären. Der erste Abschnitt, der die Jahre 1821-25 umfasst, schildert die Umstände, wie Steiner nach Berlin gekommen, dort am Friedrichs-Werderschen Gymnasium beschäftigt, pro facultate geprüft wurde und dann als Privatlehrer seinen Unterhalt sich kümmerlich verdienen musste. 1825 kam er als Hülfslehrer an die neu begründete Gewerbeschule, an der er nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten, die besonders seine höchst einseitige Ausbildung bereitete, i. J. 1829 als Oberlehrer fest angestellt wurde. Der Director Klöden, der, geblendet durch Steiner's glänzende wissenschaftliche Leistungen, diese Anstellung auf das eifrigste betrieben hatte, wurde mit Undank belohnt. Es begann eine Zeit der unerquicklichsten Kämpfe zwischen Director und Lehrer. Gerade in dieser Zeit erntete Steiner wiederholte Anerkennung und Würdigung wegen seiner wissenschaftlichen Arbeiten, so die Ernennung zum Doctor honoris causa von der philosophischen Facultät zu Königsberg. Im October 1834 erhielt er nach längerer vergeblicher Bewerbung endlich seine Ernennung zum ausserordentlichen Professor und genoss nun, der unbequemen Zucht der Schulmonarchie entlastet, die Freiheit des akademischen Hochschulprofessors. Freilich wurde ihm diese Zeit durch wiederholte Krankheit getrübt. Dazu kam, dass er, obwohl Junggeselle, an seinem Gehalt nicht Genüge fand und die Behörde wiederholt um Unterstützung anging. Dass er sich 20 Jahre hindurch vergeblich um die Beförderung zum ordentlichen Professor bewarb, kränkte und verstimmte ihn aufs höchste. Als er diesen seinen Wunsch durch die Berufung Kummer's i. J. 1855 endgültig begraben sah, nahm er einen zweijährigen Urlaub 1856-1858 und darauf einen Nachurlaub. In den folgenden Jahren hielt er nur im Winter Vorlesungen, während er im Sommer regelmässig auf Urlaub in die Schweiz ging. Im Jahre 1862 kehrte er von dort nicht wieder zurück. Einsam und verlassen ist er am 1. April 1863 zu Bern gestorben. (Rezension von Felix Müller (1843-1928) im Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik, Band 30, 1899)

Item Type: Article
Journal or Publication Title: Verzeichnis der Programme, welche im Jahre ... von den höheren Schulen Deutschlands (ausschl. Bayerns), soweit sie am Austausch teilnehmen, veröffentlicht werden
Volume: 1899
Number: 116
Place of Publication: Berlin
Date Deposited: 28 Mar 2013 10:21
Date: 1899
Page Range: pp. 1-70
Faculties / Institutes: Service facilities > Universitätsbibliothek (UB)
Subjects: 510 Mathematics
Controlled Keywords: Steiner, Jakob
Collection: Mathematics history in Heidelberg > Einzelpersonen > weitere ...
Additional Information: Signatur UB Heidelberg: N 1178::1899,100-119
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