Directly to content
  1. Publishing |
  2. Search |
  3. Browse |
  4. Recent items rss |
  5. Open Access |
  6. Jur. Issues |
  7. DeutschClear Cookie - decide language by browser settings

Prozess-Outcome-Forschung im Kontext einer Ausbildungsambulanz: Die therapeutische Allianz und kognitiv-verhaltenstherapeutische Techniken im naturalistischen Therapieprozess

Löffler, Uta Maria

[img]
Preview
PDF, German
Download (3MB) | Terms of use

Citation of documents: Please do not cite the URL that is displayed in your browser location input, instead use the DOI, URN or the persistent URL below, as we can guarantee their long-time accessibility.

Abstract

Wie wirkt Psychotherapie? Dieser Frage wurde in den letzten Jahrzehnten in der Prozessforschungsphase der Psychotherapieforschung vermehrt nachgegangen (vgl. z.B. Grawe, 1992, 1997). Doch trotz ausgedehnter Forschungsbemühungen existieren nach wie vor zahlreiche offene Fragestellungen hinsichtlich der Wirkungsweise von Psychotherapien sowie hinsichtlich zentraler Einflussfaktoren, welche am psychotherapeutischen Prozess beteiligt sind. Zudem werden die meisten Forschungsansätze der Prozess-Outcome-Forschung im Rahmen randomisiert-kontrollierter Studien (RCT) realisiert, sodass nur wenige Befunde vorliegen, die verschiedene Prozessvariablen im naturalistischen Setting thematisieren. Daher war es das Anliegen der vorliegenden Dissertation, einen Beitrag zum weiteren Verständnis des psychotherapeutischen Prozesses zu leisten, indem auf der Grundlage des Generic Model of Psychotherapy GMP (Orlinsky, 2009; Orlinsky & Howard, 1987) die Prozessvariablen der therapeutischen Allianz und verhaltenstherapeutischer Techniken im Zusammenhang mit dem Therapieoutcome analysiert wurden und zusätzlich auch Merkmale des Patienten und Therapeuten als Einflussfaktoren berücksichtigt wurden. Vor diesem Hintergrund wurden im Kontext einer verhaltenstherapeutischen Ausbildungsambulanz drei Studien durchgeführt, deren Zusammenschrift die Grundlage dieser Dissertation bilden. In Studie 1 (siehe Kapitel 3) wurden zunächst Inputvariablen auf Seiten des Therapeuten und Patienten im Zusammenhang mit dem Therapieoutcome an einer Stichprobe depressiver Patienten analysiert. So wurde als Therapeutenvariable der Einfluss der psychotherapeutischen Erfahrung auf die Effektivität und Effizienz ambulanter Psychotherapien untersucht, während als Inputvariable des Patienten das Vorliegen einer komorbiden Persönlichkeitsstörung im Hinblick auf den Therapieoutcome sowie hinsichtlich einer Interaktion mit der Therapeutenvariable adressiert wurde. In der zweiten Studie (siehe Kapitel 4) wurde, ebenfalls an einer depressiven Patientenstichprobe, die Anwendung störungsspezifischer, kognitiv-verhaltenstherapeutischer (KVT-) Techniken als Prozessvariable fokussiert. Dabei war das Ziel dieser Studie, Zusammenhänge zwischen der durch den Therapeuten beurteilten Anwendungsintensität der depressionsspezifischen KVT-Techniken und der Response bzw. Remission der depressiven Störung nachzuweisen. In der dritten Studie (siehe Kapitel 5) wurden neben der Prozessvariable der störungsspezifischen Techniken auch die Prozessvariable der therapeutischen Allianz berücksichtigt. Dafür wurden erneut Therapeutenurteile über die Anwendungsintensität der KVT-Techniken im Zusammenhang mit der therapeutischen Allianz und dem Therapieoutcome an einer Stichprobe depressiver Patienten pfadanalytisch untersucht. In Studie 1 konnte gezeigt werden, dass unterschiedlich erfahrene Therapeuten vergleichbare Therapieerfolge bei der Behandlung depressiver Störungen erzielen (vgl. auch Kapitel 3.2). Allerdings unterschieden sich erfahrene und unerfahrene Ausbildungstherapeuten in der Effizienz ihrer Therapien, indem erfahrene Therapeuten eine bedeutsam geringere Anzahl an Therapiesitzungen für das Erreichen eines vergleichbaren Behandlungserfolgs benötigten als ihre unerfahreneren Kollegen. Das Vorliegen einer komorbiden Persönlichkeitsstörung stand hingegen weder in Zusammenhang mit dem Behandlungserfolg noch mit dem Erfahrungsstand des Therapeuten. Allerdings zeigte sich ein zumindest tendenzieller Effekt dieser Patientenvariable auf die Behandlungsdauer. Damit legen diese Befunde nahe, dass Ausbildungstherapeuten unabhängig von ihrem Erfahrungsstand in der Lage zu sein scheinen, erfolgreiche Behandlungen auch mit schwer beeinträchtigten Patientengruppen zu absolvieren. In der zweiten Studie ließen sich für die meisten der erfassten KVT-Techniken robuste Zusammenhänge mit dem Behandlungserfolg nachweisen (vgl. auch Kapitel 4.2). Dabei war vor allem eine als hoch eingeschätzte Intensität kognitiver Techniken mit der Response und Remission der depressiven Störung verbunden. Die Anwendung verhaltensaktivierender Techniken schien vor allem für das Erreichen einer Therapieresponse bedeutsam zu sein, während die Therapeutenurteile hinsichtlich der Techniken zur Förderung sozialer und problemlösender Kompetenzen überwiegend mit der Remission der depressiven Symptomatik assoziiert waren. Somit konnte in dieser Praxisstudie gezeigt werden, dass sich auch unter naturalistischen Bedingungen positive Zusammenhänge der Anwendung depressionsspezifischer KVT-Techniken und klinisch relevanter Therapieergebnisse nachweisen lassen. In der dritten Studie konnte erwartungsgemäß ein direkter, signifikanter Zusammenhang zwischen der Qualität der therapeutischen Allianz und dem Therapieoutcome ermittelt werden (vgl. auch Kapitel 5.2). Die Therapeuteneinschätzungen hinsichtlich der Anwendung der depressionsspezifischen KVT-Techniken waren hingegen nur indirekt, durch die therapeutische Allianz vermittelt, mit dem Behandlungsergebnis verbunden. Damit gibt diese naturalistische Studie Hinweise darauf, dass möglicherweise die therapeutische Allianz die zentrale Basis im Therapieprozess darstellt, durch welche spezifische Techniken ihre Wirkung erst entfalten. Somit ermöglichen die ermittelten Ergebnisse auch praxisnahe Aussagen darüber, wie die zentralen Wirkfaktoren der therapeutischen Allianz und störungsspezifischer Techniken im Therapieverlauf erfolgreich implementiert werden können und tragen somit zu einer weiteren Optimierung psychotherapeutischer Behandlungen bei. Zudem vermögen die gewonnenen Erkenntnisse auch Anregungen für nachfolgende Studien liefern, indem zentrale Input- und Prozessvariablen beispielsweise mithilfe von Zeitreihenanalysen im Rahmen eines prospektiven Untersuchungsdesigns weiterführend untersucht werden könnten.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Barnow, Prof. Dr. Sven
Date of thesis defense: 14 December 2015
Date Deposited: 18 Jan 2016 08:12
Date: 2016
Faculties / Institutes: The Faculty of Behavioural and Cultural Studies > Institute of Psychology
Subjects: 150 Psychology
Controlled Keywords: Psychotherapie, Psychotherapeutischer Prozess, Wirkfaktoren
About | FAQ | Contact | Imprint |
OA-LogoDINI certificate 2013Logo der Open-Archives-Initiative