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Alternative Taufe. Möglichkeiten und Grenzen aktueller Taufpraxis

Beetschen, Franziska

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Abstract

„Können Sie das mit dem Wasser bitte noch einmal machen? Das Foto ist nichts geworden.“ Dieser Satz fiel tatsächlich so nach einer Taufe. Einige Pfarrerinnen und Pfarrer werden sich sehr bemühen müssen, hier die Contenance zu wahren – oder um nicht laut loszulachen. Der Satz drückt aber nicht mangelndes dogmatisches, sakramentstheologisches, praktisch-theologisch Wissen aus, sondern zeigt, welch hohe Bedeutung der Taufakt für die Taufeltern hat. Was kann den Verlust des Fotos, den Verlust einer Erinnerung ersetzen? Spätestens das Jahr 2011, das die EKD zum „Jahr der Taufe“ erklärte, stellte für die Praktische Theologie ein wichtiger Wegpunkt dar, um sich neu mit der Taufe auseinanderzusetzen. Ist Taufe möglichst spektakulär und kurzweilig zu inszenieren, um (noch) eine Bedeutung in der eventisierten Gesellschaft zu haben? Was verbinden Taufbegehrende mit ihrer Taufe und demzufolge mit ihrer Kirche? Die vorgelegte Studie untersucht die veränderten Voraussetzungen und Umsetzungsmöglichkeiten der Taufe. Da in der Forschungsliteratur Taufen jenseits der traditionellen Taufpraxis bislang nicht betrachtet wurden, ist zunächst eine Felderkundung notwendig, die mit dieser explorativen Studie vorgenommen wird. Das bedeutet, dass die Vielfalt der Taufpraxis nur exemplarisch untersucht werden kann. Sie leistet einen Beitrag zur Untersuchung der Wandlungsprozesse und nimmt Taufen in den Blick, die in einem besonderen Rahmen gespendet wurden. Dazu wurde der empirisch-analytischer Ansatz einer qualitativen Studie gewählt. Teilnehmende Beobachtungen der Taufgottesdienste sowie Interviews mit den Taufbegehrenden und Taufspendenden bilden die Quellengrundlage, um die Besonderheiten „alternativer Taufe“ zu ermitteln und die Taufmotive derer, die daran teilnehmen. Aus der Analyse der verbalen Interaktion werden Sinnstrukturen extrahiert, die die Art und die Gründe des Begehrens der Taufe entschlüsseln. Diese werden im theoretischen Hauptteil der Arbeit zunächst im sozialen Kontext verortet und in den anschließenden Kapiteln tauftheologisch aufgearbeitet. Methodisch wird ein zirkulares Erkenntnismodell angewendet. Auf dieser Grundlage werden Impulse für das pastorale Handeln angeboten. Im Ganzen trägt die Arbeit dazu bei, eines der ältesten Rituale des Christentums in seiner Vielfalt im gegenwärtigen Kontext mit Bezug zum Kern der Taufe zu erkunden und zu gestalten: Das kommunikative Handeln Gottes am Menschen.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Lienhard, Prof. Dr. Fritz
Date of thesis defense: 18 July 2018
Date Deposited: 29 Jan 2019 07:35
Date: 2019
Faculties / Institutes: Theologische Fakultät > Theologisches Seminar
Subjects: 200 Religion
230 Christian theology
Controlled Keywords: Taufe, Kindertaufe, Evangelische Theologie, Eltern, Praktische Theologie, Taufliturgie, Gemeindeaufbau
Uncontrolled Keywords: Tauffeste, Identitätsentwicklung
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