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ADHS-Symptome bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Allgemeinbevölkerung Wie beeinflussen Geschlecht, Alter und soziale Reaktivität die Symptomatik und deren Beurteilung?

Millenet, Sabina Katharina

[img] PDF, German
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Abstract

Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufige, früh beginnende und persistierende Entwicklungsstörung. Bislang sind die pathophysiologischen Mechanismen der ADHS unzureichend geklärt, wobei feststeht, dass sie durch viele Faktoren beeinflusst und multifaktoriell bedingt ist. Diese Heterogenität der Ätiologie resultiert in einem komplexen und ebenfalls heterogenen Erscheinungsbild der ADHS. Die Dissertation stellt zwei unterschiedliche Studien vor, wobei sich die erste Studie mit geschlechtsspezifischen Aspekten des Störungsverlaufs und die zweite Arbeit mit der Rolle von sozialen Beeinträchtigungen als Moderator zwischen dem dopaminergen COMT-Polymorphismus und ADHS-Symptomen in der Allgemeinbevölkerung beschäftigt. In der ersten Studie werden ADHS-Symptome zu unterschiedlichen Zeitpunkten untersucht. Im Alter von 4.5, 8 und 11 Jahren mittels Fremdberichten der Eltern, mit 15 und 25 Jahren anhand von Selbstberichten. Es zeigen sich Geschlechtseffekte: Weibliche Studienteilnehmer mit einer ADHS-Diagnose in der Kindheit berichten signifikant mehr ADHS-Symptome sowohl als Teilnehmerinnen ohne Kindheitsdiagnose als auch als männliche Probanden mit und ohne Kindheitsdiagnose. Darüber hinaus ist nur bei den weiblichen Probanden eine externalisierende Störung in der Kindheit ein Prädiktor für selbstberichtete ADHS-Symptome mit 25. Die zweite Studie analysiert den Zusammenhang zwischen dem COMT, sozialer Beeinträchtigung und ADHS-Symptomen. In einer großen epidemiologischen Stichprobe zeigt sich ein Zusammenhang zwischen COMT und sozialer Beeinträchtigung, wobei Träger des MET-Allels ein höheres Ausmaß an sozialer Beeinträchtigung aufweisen. Soziale Beeinträchtigungen moderieren zudem den Zusammenhang zwischen COMT und ADHS und erklären 19.09% der Varianz. Es lässt sich schlussfolgern, dass ADHS-Symptome durch COMT und soziale Beeinträchtigungen wechselseitig beeinflusst werden und daher einen genetisch-phänotypischen Risikofaktor für ADHS-Symptomatik darstellen könnten. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass aufgrund der Komplexität im klinischen Erscheinungsbild geschlechtsspezifische Besonderheiten und mögliche Verzerrungen bei der Wahrnehmung der Symptome explizit berücksichtigt werden sollten. Es stellt sich die Frage, ob bei heterogenen Störungen wie der ADHS die traditionellen psychiatrischen Diagnosen für eine Personalisierung der Interventionen ausreichend / sinnvoll sind. Hier stellt das RDoC-Projekt des NIMH eine mögliche Alternative zu den rein deskriptiven Klassifikationen in ICD und DSM auf. Mit dem Ziel ein genaues Verständnis der gesamten Spanne menschlichen Verhaltens zu erreichen, stellen unter Umständen solche dimensionalen „Bottom-up“-Ansätze die Herangehensweise der Zukunft dar, da für die Entwicklung wirksamer präventiver, diagnostischer und therapeutischer Konzepte ein fundiertes Wissen über pathophysiologische Mechanismen bzw. die Ätiologie der ADHS unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte unerlässlich ist.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Banaschewski, Prof. Dr. Dr. Tobias
Place of Publication: Heidelberg
Date of thesis defense: 5 July 2019
Date Deposited: 07 Oct 2019 07:52
Date: 2019
Faculties / Institutes: Medizinische Fakultät Mannheim > Dekanat Medizin Mannheim
Controlled Keywords: Kinder- und Jugendpsychiatrie, ADHS, Heterogenität
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