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Politik und Drama in Griechenland und Rom: Zum politischen Hintergrund der Troerinnen von Euripides und Seneca

Tsoka, Aikaterini

English Title: Politics and Drama in Greece and Rome: The political background of the Troades in Euripides and Seneca

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Abstract

In dieser Arbeit wurde der Anlauf genommen, die politische Seite der griechischen und römischen Tragödie Troades zu skizzieren. Trotz der Verschiedenheit der Bearbeitung des Stoffes wird deutlich, dass jeder der beiden Dichter in seiner spezifischen Art, in der er mit der mythischen Vergangenheit umgeht, typische Charakteristika der Zeit, in der er lebte, verrät. Beide Tragödien stehen von Beginn an unter der Spannung zwischen dem vorgegebenen Mythos und der individuellen Ausgestaltung des Vorgegebenen durch jeden Dichter. Mit anderen Worten ist in dieser Spannung einerseits die Gegenwart des jeweiligen Dichters mit ihren Konflikten und ihren Fragen greifbar, und andererseits steht die mythische Vergangenheit mit ihren Vorgaben. Der Dichter kann diesen Grundkonflikt auf gegenwärtige Probleme hin spezifizieren. Und das wichtigste Problem, das in beiden Stücken greifbar ist, ist die Macht und ihre Ausnutzung. Sie gibt den Stoff vor, den Grundkonflikt. Sie wird zu einem existentiell neuen Problem, das das Gefühl der Intensität, mit der man sie ausübt oder mit der man von ihr bedroht wird, enorm erhöht. Individualismus und Machtstreben steigern sich zu bisher unbekannter Radikalität und die Polarisierungen verschärfen sich. Diese Umstände reflektieren sich in den beiden Werken und durch die von den Dichtern bezweckte Nuancierung stehen wir vor einer neuen Adaptation der tradierten mythischen Vergangenheit.Damit man ein vollständiges Bild der politischen Nuancierung bekommt, die beide Dichter in ihren Werken erreichen, werden einzelne topische Charakterisierungen von Divergenzen im politischen Bereich herausgestellt und vom Standpunkt des jeweils Sprechenden aus verstanden. Von Belang ist auch die tiefgreifende Analyse der Stücke, da man nur nach den Worten allein nicht zu ordnen vermag, muss man sich auch darum bemühen, den Standort zu beobachten, nämlich die Charaktere und den sich hinter den Stücken verbergenden Zustand, der das Konstruieren und den Zweck dieser geschaffenen Konstruktion beeinflusst hat. In beiden Stücken nehmen die Gegensätze einen auf keinen Fall geringfügigen Platz ein. So kommen folgende topische Themata vor: die Auseinandersetzungen über Treue und Opportunismus, über rühmliches und mehr genießendes Leben, über freie und unfreie Art, über Achtung und Mißachtung des Individuums, die Frage, ob der Vorrang dem äßêáéïí oder dem íüìéìïí, der Strenge oder der Humanität, den Pflichten oder den Rechten gebühre. Diese stabil erscheinenden Kategorien werden bei beiden Dichtern anders behandelt, immer anhand der mythischen Vergangenheit, aber auch in Zusammenhang mit den Offenbarungen und politischen Umständen der Gegenwart. Somit lassen die politischen Komponenten in einer Reihe von Worten und Ausdrücken enthüllt werden, die im Mund des jeweils Sprechenden einen besonderen Sinnsgehalt einnehmen. Die beiden Tragödien lassen sich als ein Versuch erkennen, Kritik am Fehlverhalten der politisch verantwortlichen Menschen zu üben und vor den Schwierigkeiten und der leichten Umdrehung des Schicksals zu warnen. Dazu ist der Stoff des trojanischen Krieges das geeignete Material, das sowohl in Athen des 5. Jahrhunderts als auch in Rom der Kaiserzeit Beliebtheit genoß. Auf der einen Seite werden die Troerinnen als politisches Stück zeigen, nach welchen Kategorien Menschen ihre Handlungen ausrichten und wie sie insbesondere ihre Macht ausüben. Die Faktoren, nach denen das politische Handeln zum Ausdruck gebracht wird, werden im Stück thematisiert und als zentrale Aspekte gezeigt, unter denen das Geschehen der mythischen Vergangenheit neu gesehen wird. Auf der anderen Seite sind die römische Färbung des Mythos, die Seneca erreicht, die Darstellung von Personen, die nicht im Stück des Euripides vorkommen, die Konflikte unter den Griechen -ein Element, das bei Euripides nicht betrachtet wird- der Inhalt der Rede, der Wert auf römische Tugenden und Eigenschaften richtiger Haltung des Herrschers legt, von Seneca bevorzugte Mittel, damit er die Politik, die er erlebt hatte, kritisiert und eine neue Dimension der Herrschaft schafft, in einer Zeit, als die Führung der julisch-klaudischen Dynastie einen falschen und riskanten Weg gebahnt hat, der die bevorstehende und möglichst gesunde Herrschaft Neros aufs Spiel setzte. Das klassische und kaiserzeitliche Drama der Troades, deren Ausrichtung zu ermitteln war, sind durch Kritik an den bestehenden politischen Verhältnissen geprägt. Mit dieser Aktualität hängt zusammen, dass bei diesen Stücken nicht außenpolitische Ereignisse – militärische Siege über äußere Feinde werden nur den Ansporn für Verfassung und Präsentation solcher Tragödie gegeben haben – sondern innenpolitische Themen gewählt werden, bei denen es um die Herrschaftsform und das richtige Verhalten von politisch Tätigen geht.

Translation of abstract (English)

My work was an endeavor to skylight the political side of the Greek and roman tragedy of Troades. Although the two works are differently processed, it is clear that both poets, each in his specific way in which he treats the past, testify typical characteristics of the time they lived. From their beginning, both tragedies underline the tension between the given myth and the individually shaped myth from every poet. Not only the present time of every poet with its conflicts and questions becomes perceptible, but also the mythical past with its defaults. The poet can specify this conflict via the problems of his time. And the most important problem, which persists in both works, is power and its exploitation. Power offers the material, the conflict. It becomes one vitally new problem, which raises the strong and intense feeling, with which somebody practices it or feels threaten by it. Individualism and aspiration for power increase radically and the polarities are intensified. These conditions are reflected in both tragedies and through the nuance that every poet offers, we are confronted with a new adaptation of the given myth. In order to have a complete picture of the political background of the two plays, divergences in the political sector are put out and these divergences are translated depending on the speaker. It is of great importance that the plays are deeply analyzed, not only considering every keyword in the play itself, but also the characters and condition that affects the construction and goal of these poetical creations. In both plays the differences play a very important role; thus, the following themes come in the light: the argument between faith and opportunism, between famous death and joyful life, between free way of living and subjection, the vacillation between the dikaion and the adikon, power or humanity, the rights or the obligations precede. These categories constitute a constant denominator in the plays of Euripides and Seneca, which are being differently treated, on the basis of the mythical past and in connection with the political circumstances of the present. Thus, the political components are revealed in a series of words and expresses, which take a special meaning depending on who is speaking. Political, ethical phrases that are obvious in the work of the historians of the time of writing the greek and roman tragedy of Troades, meaning Thukydides and Tacitus respectively, dominate also in the two plays, and through rhetoric puns is the intention of the political world revealed. And this is presented via a beloved play of the Athenians and the Romans, the Troades. In this way, the Troades of Euripides show the criteria for the action of the characters in the play and in what way exploit their strength. In the rhetorical debates the real world is reflected, the words of the roman historians and the interpretation of the political choices are used from the characters of the play and are either supported or being blamed. On the other side the roman nuance of the play of Seneca, the presentation of persons that are absent from the Greek one, the conflict between the greek people –there is no such in Euripides- the content of the speeches and the rising of the traditional roman values are means for political coloring of the play. The actuality of these dramas is related not with the military victories of the time, they only give the reason for writing the plays; but the construction and the presentation of characters is strongly connected with the behavior and attitude of the political persons.

Item Type: Dissertation
Supervisor: Dr. William Furley, Prof.
Date of thesis defense: 5 May 2006
Date Deposited: 10 Sep 2007 14:13
Date: 2006
Faculties / Institutes: Philosophische Fakultät > Seminar für klassische Philologie
Subjects: 470 Italic Latin
Controlled Keywords: Tragödie
Uncontrolled Keywords: Tragödie , Politik , Rom , Griechenland , Euripides , Seneca , MachtstrebenTragedy , Rome , Greece , politics , Euripides , Seneca , desire for power
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