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Zu Neumenschrift und Modalrhythmik, zur Choralüberlieferung und Wort und Ton im Choral. Gedanken zu neueren und neuesten musikwissenschaftlich mediävistischen Vorstellungen in Hinblick auf die musikhistorische Wirklichkeit, Teil I: Zu rhythmischen Neumenschriften und zur Modalnotation nebst einem Anhang zu neuesten Deutungen der Lieder und musikbezogenen Aussagen der hl. Hildegard und der Musikschrift von Boethius

Bielitz, Mathias

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Abstract

Die Überprüfung der Behauptung, daß es eine Notation mit rhythmischem Bezeichneten vor der Modalnotation gegeben habe, macht einen Blick auf die sog. ”rhythmischen“ Neumenschriften, den Verlust dieses Bezeichneten und die Systematik der Modalnotation notwendig; dazu müssen zunächst einige Vorstellungen über die Natur der Neumenschrift überhaupt, z. B. ihre, unwissenschaftlich formuliert, ‚Anschaulichkeit’ u.ä. untersucht werden. Damit verbunden sind grundsätzliche Fragen nach der Gestaltbildungsfähigkeit musikalischen Hörens, der Bedeutung der Konzeption des Elements auch für die Definition eines Materials der Musik, zur Konzeption von Musik als Bewegung und Gestalt. Die Frage nach deren musikhistorischen Dimensionen, d. h. nach dem Vorgang ihrer Rationalisierung in antiker und, dann durch Rezeption antiken Denkens, in mittelalterlicher Musiktheorie führt zur Bewertung neuerer Vorstellungen zur diesbezüglichen Eigenart der christlich abendländischen Musikkultur des Mittelalters in Hinblick auf angeblich noch völlig verborgene ”östliche“ Quellen und zur Frage nach der Berechtigung, von einer abendländischen Sonderentwicklung auch in Musikgeschichte zu sprechen. Auch hier wird die musikhistorische Sondersituation der Verarbeitung der Vorgaben von Augustin und Boethius nur im lateinischen Abendland deutlich (was auch veranlaßt, auf neueste Erkenntnisse zur arabischen Rezeption antiker Musiktheorie einzugehen): Die wesentliche Leistung der mittelalterlichen lateinischen Musiktheorie war das Konzept von Musik als Gestalt, Form, der eine Ausführung unabhängig gegenübersteht (was dazu zwingt, auf neueste Darbietungen Georgiadesscher Musiksicht einzugehen). Diese allgemeinen Fragen, die verbunden sind mit der Frage nach der Gestaltfestigkeit der Choralüberlieferung, werden in einem einleitenden Kapitel behandelt. Die ”metrischen“ Zeichen der ”rhythmischen“ Neumenschriften sind als zusätzliche Zeichen nur in Zusammenhang mit dem Ursprung und dem Charakter der melischen Neumenzeichen zu verstehen, denn nach Verlust des ”rhythmischen“ Bezeichneten ergeben sich Redundanzen, die die innere ”Logik“ der Zeichensysteme stören können. Deshalb werden im zweiten Teil die westlichen, rhythmischen Neumenschriften als Zeichensysteme betrachtet, u. a. unter Berücksichtigung neuester Vorstellungen aus kinderpsychologischer Sicht. Der dritte Teil befaßt sich mit der Neumenschrift als Voraussetzung der Modalnotation, als Voraussetzung der Bezeichnung nun rhythmischer Elementargruppen durch Komplexneumen; dazu ist auch eine Systematik der Modalrhythmik und der Charakteristik ihrer Rationalisierung zu leisten; die Vorstellung einer vormodalen Notation läßt sich dabei nicht bestätigen. Als erster Teil des Anhangs findet sich, ebenfalls auf vorliegende neuere Literatur bezogen, eine Bewertung von Hildegards Schriften als Zeugnis einer ihr zugeschriebenen Theologie der Musik, auch hinsichtlich Augustins. Zu prüfen sind auch die angeblichen Zeugnisse für Hildegards musiktheoretische Kenntnisse. Dabei wird die neueste Mode einer semantisch theologischen Deutung von Hildegards Melodien in Bezug auch noch auf zeitgenössische Theoretikeraussagen hinsichtlich ihrer Relation zur musikhistorischen Wirklichkeit eingeschätzt. Schließlich sind neueste Ausführungen zu ‚De inst. mus.’ von Boethius einer Überprüfung zu unterziehen. Grund des vorliegenden Beitrags ist also die Bestimmung der Diskrepanz zwischen musikhistorischer Wirklichkeit und den betreffenden neueren Beiträgen, was zu vielen Exkursen bezüglich punktuell angesprochener Spezialthemen führt. Schlagwörter sind also: Musiktheoretische Antikenrezeption, rhythmische Neumenschriften, musikalische Gestaltbildung und deren Rationalisierung, oral tradition, Modalrhythmik und Modalnotation, Hildegard und Augustin als ”Musiktheologen“, Himmelsharmonie und irdische Liturgie, Semantik in mittelalterlicher Musik, Aristoxenus, Boethius, Guido, Johannes Cotto, Aribo, Renaissance und Mittelalter in der Musikgeschichte, und schließlich generell: Musikwissenschaft und Rationalität.

Item Type: Book
Date Deposited: 09 Jan 2009 13:26
Date: 2008
Faculties / Institutes: Philosophische Fakultät > Musikwissenschaftliches Seminar
Subjects: 780 Music
Controlled Keywords: Musiktheorie, Choral, Neumenschrift, Hildegardis <Bingensis>, Boethius, Anicius Manlius Severinus
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