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Die Überschuldung privater Haushalte in Deutschland vor dem Hintergrund der neuen Insolvenzordnung

Hottenrott, Victoria

Englische Übersetzung des Titels: The Overindebtedness of Households in Germany and the New German Bankruptcy Code

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PDF, Deutsch
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Abstract

Aktuelle Schätzungen beziffern das Ausmaß der privaten Überschuldung in Deutschland für das Jahr 1999 mit 2,77 Millionen überschuldeten Haushalten. Allein seit 1994 ist der Anteil überschuldeter Haushalte an der Gesamtzahl deutscher Haushalte von 4,5% auf 7,3% angestiegen, und dieser Trend scheint weiter anzuhalten. Der deutsche Gesetzgeber hat hierauf mit der Institutionalisierung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens reagiert. Seit dem Inkrafttreten der Insolvenzordnung (InsO) in 1999 haben zahlungsunfähige Verbraucher nun erstmalig die Möglichkeit, sich in einem geregelten Verfahren von ihren Restschulden zu befreien, und somit die Chance zu einem ökonomischen Neuanfang, einem sogenannten "fresh start". Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse möglicher Auswirkungen dieses neuen Verfahrens auf das deutsche Überschuldungsproblem. In einer finanzierungstheoretischen Betrachtung stehen dabei zunächst die aus einem solchen Regelwerk möglicherweise resultierenden Anreize für das Verhalten der beteiligten Wirtschaftssubjekte im Mittelpunkt. Trotz nach wie vor erheblicher Defizite in der Ausgestaltung, welche die Effizienz und Effektivität des Verfahrens maßgeblich beeinträchtigen, läßt sich dieses mit Blick auf den Abbau bestehender Überschuldung zumindest als Schritt in die richtige Richtung bewerten. Die nach wie vor schwierigen Bedingungen für Schuldner auf dem Weg zu einer Restschuldbefreiung scheinen andererseits die Vermutungen zu widerlegen, das Verfahren könne zu Mißbrauch einladen, wie es bspw. dem US-amerikanischen Pendant, der Chapter 7 und 13 des Bankruptcy Code, unterstellt wird. Um Antworten auf die Frage nach einer Erklärung für die zunehmende Zahl der Haushalte in einer finanziellen Krise zu finden, wird die Betrachtung in einem weiteren Schritt auf die Analyse des tatsächlich zu beobachtenden Schuldner- und Gläubigerverhaltens ausgedehnt. Die hieraus abgeleiteten Erkenntnisse hinsichtlich der Ursachen des Problems verdeutlichen die Notwendigkeit weiterer, über die Insolvenzordnung hinausgehender Institutionen - allem voran verstärkter Informationspflichten und Beratungsdienstleistungen -, insbesondere wenn Überschuldung langfristig nicht nur abgebaut, sondern auch vermieden werden soll.

Übersetzung des Abstracts (Englisch)

Currently, as of 1999, an estimated 2.77 million private households in Germany are considered overindebted. This translates into an increase in the number of overindebted households as a percentage of all German households to 7.3%, up from for example 4.5% in 1994. The German legislator has reacted to this incessant trend by establishing in 1999 an insolvency code for private debtors. For the first time in German history, this new procedure enables an insolvent private debtor to receive a discharge of his remaining debts, therefore, opening up to him the possibility of a "fresh start". The following examination focusses on the analysis of the possible effects of an insolvency code on the problem of private overindebtedness in Germany, investigating before all its incentives and, accordingly, potential impact on the actions of the relevant economic actors involved. The examination of the new regulation shows that despite many shortcomings within the current design of the procedures exerting substantial negative impact on both its efficiency and efficacy, the new code, nevertheless, constitutes a step in the right direction with respect to the need to reduce existing overindebtedness. To explain the increasing number of households in financial distress, the analysis is in a second step extended to the actual behavior of both debtors and creditors. The findings strongly suggest the need for further institutions -- before all information disclosure rules as well as counseling services -, for a solution of the problem will, in the long run, not only require to effectively reduce existing overindebtedness but also to avoid it in the first place.

Dokumententyp: Dissertation
Erstgutachter: Terberger-Stoy, Prof. Dr. Eva
Tag der Prüfung: 14 November 2002
Erstellungsdatum: 26 Feb. 2003 11:46
Erscheinungsjahr: 2002
Institute/Einrichtungen: Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften > Alfred-Weber Institut
DDC-Sachgruppe: 330 Wirtschaft
Normierte Schlagwörter: Überschuldung, Verbraucherinsolvenzverfahren
Freie Schlagwörter: Insolvenzordnung , ÜberschuldungsursachenOverindebtedness , Personal Bankruptcy , German Insolvency Code
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