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Abstract
Einen Stuhl zu entwerfen ist eine Herausforderung. Er muss von einer Vielzahl von Menschen genutzt werden können, die sich in Größe und Körperbau unterscheiden. Auch muss er für verschiedene Tätigkeiten geeignet sein, die unterschiedlich lange dauern können. Man setzt sich auf einen Stuhl, um essen, schreiben, lesen oder warten zu können. Aus vielen möglichen Funktionen und aus unterschiedlichen Werkstoffen ergeben sich wiederum verschiedene Konstruktionen, Herstellungstechniken und Formen, die alle auch noch vom Markt und dessen Bedingungen abhängig sind. Die Möbelentwerfer der 1920er Jahre aus dem Umfeld des Bauhauses und ihre Freischwinger betrifft das genauso wie den Architekten Till Behrens, dessen Kreuzschwinger im Hinblick auf Konstruktion, Funktion und Form ebenfalls bedeutsam sind für Geschichte und Ästhetik moderner Möbel. Till Behrens folgte seinen eigenen Vorstellungen vom bewegten Sitzen und schuf mit dem Prototyp des Kreuzschwingers ein vollkommen neues Sitzmöbel. Er löst ein, was Freischwinger bloß versprechen. Der Kreuzschwinger wippt oder federt nicht nur, sondern schwingt gleichmäßig nach hinten und nach vorn. Er folgt den Bewegungen des Körpers und passt sich der Sitzhaltung an. Dieses ergonomische Sitzen wird ohne jede Mechanik erzielt. Ein Kreuzschwinger benötigt wenig Material, ist günstig in Serie herzustellen, lässt sich stapeln und auf engstem Raum abstellen. Vor allem ist er auch ein Design-Objekt.
| Document type: | Article |
|---|---|
| Date: | 2026 |
| Version: | Primary publication |
| Date Deposited: | 04 Feb 2026 18:16 |
| Faculties / Institutes: | Research Project, Working Group > Individuals |
| DDC-classification: | Drawing and decorative arts |
| Controlled Keywords: | Behrens, Till, Ergonometrie, Stahlrohrmöbel, Bauhaus |
| Subject (classification): | Decorative Arts |
| Countries/Regions: | Germany, Switzerland, Austria |








