1. Home
  2. Search
  3. Fulltext search
  4. Browse
  5. Recent Items rss
  6. Publish

Dürers Selbstbildnis von 1500. Eine Interpretation

Herbert, Ioana Manuela

[img]
Preview
PDF, German
Download (342kB) | Terms of use

For citations of this document, please do not use the address displayed in the URL prompt of the browser. Instead, please cite with one of the following:

Abstract

Die vorliegende Arbeit ist der Versuch Albrecht Dürers (1471-1528) Selbstbildnis von 1500 mittels der Bildbeschreibung, der Bildanalyse und des Bildvergleichs inhaltlich jenem kulturellen Kontext zuzuordnen, den es vermutlich bei seiner Entstehung hatte. Sie teilt mit der Fachliteratur den Konsens darüber, dass das Bild, jenseits der bloßen Selbstdarstellung des Malers, eine Gedankenwelt enthält, die um das Jahr 1500, in Nürnberg von einer geistigen Elite vertreten wurde. Anders als die meisten kunsthistorischen Theorien folgt sie jedoch der seit 1842 überlieferten Rezeption des Gemäldes als ein christusähnliches Abbild des Künstlers nicht, sondern schlägt eine von den Sehgewohnheiten des letzten Jahrhunderts unvoreingenommenen Bildbetrachtung vor. Die dem akribischen Malvorgang angepasste Beschreibung des Gemäldes zielt auf eine Erschließung der Tafel als künstlerische Übertragung in Bildzeichen von Wörtern aus einem konstanten Sprachregister ab. Die anschließende Bildanalyse deckt formale und inhaltliche Zusammenhänge zwischen Selbstbildnis und Schriftzeichen auf der Tafel auf, die das Gemälde nicht nur als Selbstreflexion des Malers zur eigenen Person, sondern auch als mögliches Disputationsobjekt gelehrter Betrachter erscheinen läßt. Im zweiten Teil der Arbeit sind Textpassagen aus dem “Organon” des griechischen Philosophen Aristoteles (384-322) dem Bildnis gegenübergestellt und zwei weitere Selbstdarstellungen des Künstlers in dem Vergleich zwischen Bild und Text eingebaut. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind einige der zahlreichen Analogien zwischen antiker Textvorlage und neuzeitlichem Gemälde mit dem Ergebnis ausgeführt, dass sich Albrecht Dürer auf der Münchner Tafel von 1500 in einem sehr wortnahen Sinn, in Anlehnung an die aristotelische Philosophie als “Träger von Farben” (als Maler) dargestellt hat. Für die Untermauerung dieser eingangs aufgestellten Hypothese durch einen materiellen Beweis wird abschließend auf ältere Forschungsliteratur hingewiesen, wonach dem Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1530) eine entscheidende Rolle im Werdegang des Nürnberger Malers zukommt.

Document type: Master's thesis
Date: 1998
Version: Primary publication
Date Deposited: 26 Feb 2010 13:09
Faculties / Institutes: University, Fakulty, Institute > Cologne, University, Institute of Art History
DDC-classification: Painting
Controlled Subjects: Dürer, Albrecht / Selbstbildnis
Subject (classification): Painting
Countries/Regions: Germany, Switzerland, Austria