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Ein Blick für das Volk

Meister, Jochen

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Abstract

"Die Kunst für Alle" (1885-1944) erschien als eine der populärsten deutschen Kunstzeitschriften in einem Zeitraum markanter gesellschaftlicher, politischer und technologischer Veränderungen. Das Essay "Ein Blick für das Volk" widmet sich ihrem spezifischen Anspruch, einerseits Spiegel, andererseits Propaganda für "das Volk" zu sein. Am Anfang wird das Gemälde "Kränzchen (Affen als Kunstrichter)" von Gabriel Max, entstanden 1889, analysiert. Es bietet nicht nur einen Blick für das (Affen-)Volk, sondern spiegelt die unterschiedlichen Gruppen, aus denen sich das Kunstpublikum zusammensetzt. Und es enthält Hinweise auf die staatliche Kunstpolitik in München und eröffnet damit einen weiteren Aspekt. In einer Landtagsdebatte 1890 wird der Herausgeber von "Die Kunst für Alle", Friedrich Pecht, zitiert. Die Kommentare dieses einflussreichen Kritikers, der in einem Artikel der eigenen Zeitschrift 1886 als "unangestrittener Chef des "Reichs-Kunstgesundheits-Amtes" bezeichnet wird, vertreten nationale und rassistische Standpunkte. Das ändert sich 1900 mit "modernen" Autoren wie Meier-Graefe, zu denen sich jedoch immer auch Gegenpositionen in der Zeitschrift finden lassen. Am Beispiel der Beurteilung des "Blauen Reiter" 1912 und Picassos 1913 wird das vor 1914 etablierte individualistische Profil deutlich. Es hält sich bis in die 30er Jahre und setzt sich in einem ambivalenten Verhältnis zum Nationalsozialismus fort. Bei einer Beurteilung der Zeitschrift im Bayerischen Innenministerium heißt es 1934 bezeichnenderweise, "Die Kunst für Alle" habe "neben anderen entgegengesetzten auch Aufsätze in unserem Sinne gebracht". Seit 1937 erwuchs der Zeitschrift jedoch Konkurrenz durch "Die Kunst im Dritten Reich", einer aufwändigen NS-Kunstzeitschrift. Am Ende des Essays wird die neue Situation durch Udo Wendels Gemälde "Die Kunstzeitschrift" demonstriert, wo der Maler selbst mit seinen Eltern zum Betrachter eben jener repräsentativen NS-Kunstzeitschrift geworden ist. Der Blick für das Volk ist hier jedoch der Blick in ein Reproduktionsmedium, und die technische Entwicklung verspricht ein neues, wirksameres Propagandainstrument.

Document type: Article
Date: 2006
Date Deposited: 08 Jun 2006 14:30
Faculties / Institutes: Museum > Munich, Haus der Kunst
DDC-classification: Arts
Controlled Subjects: Kunst für alle, Deutschland, Kunstzeitschrift, Kunstpolitik, Geschichte 1885-1944
Subject (classification): Aesthetics, Art History
Countries/Regions: Germany, Switzerland, Austria
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